„Hallo, Agnes!“, schnatterte ich fröhlich. „Was liest Du da?“
„Ein russisches Wörterbuch“, quakte Agnes versonnen, während sie andächtig eine Seite umblätterte. „Russisch kenne ich“, schnatterte ich etwas aufdringlich in ihre Einsilbigkeit hinein. „Aber was sind das für eckige Buchstaben?“„Das sind kyrillische Buchstaben“, quakte Agnes. „Die sind von der alten griechischen Schrift abgeleitet.“ „Und was hat Russisch nun mit Griechisch zu tun?“, schnatterte ich neugierig. „Das ist etwas kompliziert“, quakte Agnes und legte endlich das Buch zur Seite. „Im 9. Jahrhundert nach Christus, also vor über 1000 Jahren, gab es in Griechenland zwei hoch gelehrte Brüder, Kyrill und Method. Die beiden waren Mönche und wurden vom byzantinischen Kaiser in der Stadt Konstantinopel, die heute Istanbul heißt und in der Türkei liegt, zu den slawischen Völkern nach Osteuropa geschickt, um den Menschen dort Unterricht im Christentum zu geben. Vor ihrer Reise in den Osten entwickelten Kyrill und Method eine neue Schrift, die heute nach Kyrill benannte kyrillische Schrift. In einigen Ländern verwendet man die kyrillische Schrift auch heute noch. Zum Beispiel in Russland, der Ukraine, Bulgarien oder Serbien.“ Eure Paula