Abensberg/Schrobenhausen –Ungünstiger hätte der Saison-Auftakt im April für die Spargelbauern nicht sein können: Nicht nur der Schnee machte den Landwirten zu Beginn zu schaffen. Die Saison startete mitten im Lockdown. Die Gastronomie blieb bis Ende Mai geschlossen. Spargelverkauf war zunächst nur ab Hof oder über Lebensmittelhändler möglich. Erst mit den Lockerungen zu den Pfingstferien stieg der Absatz in der Gastronomie. Doch anders als in anderen Jahren machten Restaurants heuer nur einen Bruchteil des Absatzes aus. Zu lange waren die Lokale während der Erntezeit geschlossen. Von maximal 20 Prozent ist die Rede.
„Es war eine durchwachsene Saison“, fasst Petra Högl von der Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel zusammen. Fazit kurz vor Schluss am 24. Juni, dem Johannistag: etwas weniger Menge, aber im Preis stabil. Im April hätten die Bauern das Gemüse mit Doppel- und Dreifachabdeckungen beim Wachsen unterstützen müssen, „ein sehr hoher Aufwand“. Und für „unsere Erntehelfer war es natürlich nicht schön, als es draußen beim Stechen geschneit hat“, sagt Claudia Westner, die Vorsitzende des Spargel-Erzeugerverbandes in Schrobenhausen. Zuletzt sei es tagelang sehr heiß gewesen. „Da steigen die Mengen sprunghaft an.“ Westner sprach von einem insgesamt mengenmäßig durchschnittlichen Jahr.
Im Jahr 2020 bauten in Bayern rund 300 Betriebe auf rund 3500 Hektar Spargel an – im Jahr 2003 war die Fläche nur etwa halb so groß. Im vergangenen Jahr pendelten die Preise für den Verkauf ab Hof im Schnitt zwischen 10,50 und 12 Euro pro Kilo. Heuer wurden in manchen Regionen und je nach Klasse auch mal fast 16 Euro verlangt. 2003 lag der Durchschnittspreis zwischen 6,70 und 8 Euro je Kilo.
Spargel zählt flächenmäßig zu den bedeutendsten Gemüsekulturen in Bayern. 2020 ernteten die Landwirte laut Statistischem Landesamt etwa 21 000 Tonnen Spargel. Im Jahr davor seien es rund 2000 Tonnen mehr gewesen. Für dieses Jahr erwarten die Bauern vor allem wetterbedingt etwas weniger als 2020. Das größte bayerische Anbaugebiet ist die Region um das oberbayerische Schrobenhausen. Fast 60 Prozent der bayerischen Betriebe liegen dem Landesamt für Statistik jedoch zufolge in Franken.
Im vergangenen Jahr hatten die Betriebe coronabedingt zudem mit großen Planungsunsicherheiten zu kämpfen, viele der wichtigen Erntehelfer vor allem aus Osteuropa durften nicht einreisen. Heuer gab es strenge Hygiene-Auflagen. Größere Corona-Ausbrüche wurden nicht bekannt.
Während die Spargelernte mit Sonnwend traditionell zu Ende geht, startet die Obsternte jetzt voll durch. Die warmen Tagen sorgen dafür, dass die Erdbeeren gerade gut und schnell reifen können. Die Felder zum Selbst-Ernten sind geöffnet. Nach den Erdbeeren folgen Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren.
Auch für die Obstbauern hatte das kalte Frühjahr Folgen: „Wir sind zehn bis zwölf Tage später dran als in einem durchschnittlichen Jahr“, sagt Manfred Wolf, Erdbeerbauer aus Ebersried (Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn). Der kalte Frühling habe den Erdbeeren aber nicht geschadet.
Die Betreiber betonen, dass keine Anmeldung notwendig ist. Maske muss man beim Einlass und an der Kasse tragen, während der Selbsternte ist keine Maske notwendig. Der Abstand zu fremden Personen ist einzuhalten. (mit Material von dpa)