Augsburg/Sengenthal – Die noch bestehenden Corona-Regeln haben am Wochenende mancherorts in Bayern für Konfliktpotenzial gesorgt: Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal bei der EM am Samstagabend hat die Polizei etwa in Augsburg eine große Ansammlung von Feiernden aufgelöst und wurde dabei angegriffen.
Laut Polizei waren gegen Mitternacht etwa 1400 Menschen am Feiern; die Stimmung war aufgeheizt, viele Menschen alkoholisiert. Immer wieder wurden Gegenstände auf Polizeibeamte geworfen. Gegen zwei Uhr nachts entschied sich die Polizei dazu, die Straßen zu räumen. Laut Polizei wurden über 200 Gegenstände auf die Einsatzkräfte geworfen, darunter viele Glasflaschen. Zahlreiche Beamte wurden verletzt. Auch unter den Feiernden habe es Verletzte gegeben. Die Gewerkschaft der Polizei in Bayern zeigte sich am nächsten Tag entsetzt über die „massiven Ausschreitungen“.
Im Rest von Bayern liefen die Sieg-Feiern größtenteils friedlich ab, berichtete die Polizei. Nur beim Public Viewing hielten sich die Zuschauer wohl nicht durchgängig an die Abstandsregeln: Viele Fans schauten das Spiel dicht gedrängt in Biergärten an und lagen sich bei den Toren in den Armen, berichteten Reporter.
In Sengenthal (Kreis Neumarkt in der Oberpfalz) gab es schon am Freitagabend eine riesige Outdoor-Party: Etwa 2000 Menschen feierten an einem Baggersee das bestandene Abitur. Hier verlief das Fest ohne Zwischenfälle, berichtet die Polizei. Wegen der Corona-Regeln setzten die Einsatzkräfte auf Kommunikation; gegen Mitternacht löste sich die Gruppe nach und nach auf.
Währenddessen plant die Stadt Würzburg eine Outdoor-Tanzfläche. „Wir müssen den Menschen mal wieder eine Tanzfläche bieten“, sagte der Leiter des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste, Uwe Zimmermann, der „Main Post“. „Organisatorisch soll das als eine Art Schachbrett realisiert werden“, sagte Zimmermann der Zeitung. „Mit aufgesprühter Kreide zeigen wir den Feiernden ihre Tanzfläche, und zwar ein Quadratmeter für eine Person.“ np/lby