Zukunftsvision für den Hof

von Redaktion

Nach rund zehnmonatigen Beratungen hat die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Bericht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Nachhaltiger soll die Landwirtschaft werden – und ein „erfolgreiches Geschäftsmodell“ für die Landwirte. Ein Überblick:

Wie soll Landwirtschaft zukünftig aussehen?

Einig sind sich alle: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Die Landwirtschaft habe eine enorme Produktionssteigerung verzeichnet und so ein starkes Wachstum der Bevölkerung ermöglicht. Die Kehrseite: Übernutzung von Natur und Umwelt, von Tieren und Ökosystemen. Zukünftig, so die Experten, solle sich ökologisches Handeln der Landwirte wirtschaftlich wieder lohnen. Landwirtschaft solle so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten und sich positiv auf das Klima auswirken. Landwirte sollen mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten und zielgerichteter unterstützt werden. So sollen Produktionsverlagerungen in Regionen mit geringeren ökologischen und sozialen Standards verhindert werden.

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?

Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen. So sollen etwa natürliche Treibhausgassenken wie Moore und Humus mehr Stellenwert bekommen. Außerdem empfiehlt die ZKL eine Reduzierung des Konsums tierischer Produkte. Insgesamt sollen weniger Nutztiere unter besseren Bedingungen gehalten werden. Preise für Lebensmittel sollen die tatsächliche Produktionskosten abbilden. Und die Förderungen für Landwirtschaft im Rahmen der EU-Agrarpolitik sollten sich künftig nicht mehr nach bewirtschafteter Fläche, sondern nach Beiträgen der Landwirte im Sinne der Nachhaltigkeit richten.

Was soll das kosten?

Eine klare Aussage dazu gibt es im Abschlussbericht nicht. Um die vorgeschlagenen Maßnahmen zu finanzieren, kommt die ZKL in einer Modellrechnung auf einen Betrag von sieben bis elf Milliarden Euro im Jahr. Diese Kostenrechnung sei aber mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Was bedeutet das für die Verbraucher?

Übertragen auf die Lebensmittelpreise kommen die Autoren der zitierten Studien zu dem Schluss, dass die Preise etwa für Rindfleisch oder andere tierische Produkte deutlich steigen müssten. Um wie viel, da gibt es in den Studien unterschiedliche Angaben.

Was sagen die Landwirte?

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in dem Bericht „eine Grundlage für den zukünftigen politischen Diskurs über Landwirtschaft“. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Transformationsprozess der Landwirtschaft zu unterstützen. Nur wenn auf Höfen Geld verdient werde, könnten auch Umweltleistungen erbracht werden, hieß es vom DBV. afp

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