Straßlach – Die Explosion erschütterte am 9. Juli 1986 das idyllische Straßlach im Landkreis München. Bei einem RAF-Attentat kamen Siemens-Vorstandsmitglied Karl Heinz Beckurts (56) und sein Chauffeur Eckhard Groppler (42) ums Leben. Bis heute ist unklar, wer genau hinter dem Anschlag steckte.
Am Freitag, dem 35. Jahrestag des Attentats, legte der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn mit dem CSU-Ortsverband einen Kranz nieder. „Menschliche Opfer sind politisch immer sinnlos – egal ob von rechts oder links oder aus religiösem Fanatismus“, sagte Hahn. Die Gesellschaft müsse gemeinsam dafür sorgen, dass sich radikales Gedankengut gar nicht erst einpflanzen könne. „Extrem ist extrem, egal aus welchen Gründen“, so der Bundestagsabgeordnete.
Ein RAF-Kommando hatte den Atomphysiker Beckurts und seinen Fahrer Groppler in ihrem Dienstwagen in die Luft gesprengt – heute steht an jener Stelle am Ortsausgang ein Gedenkstein. Dort hatten am Freitagvormittag die Siemens AG und die Gemeinde Straßlach-Dingharting jeweils einen Kranz niedergelegt. Anwesend waren neben Siemens-Vorstand Roland Busch, Christian Stegmann als Vertreter der Beckurts-Stiftung und der Direktorin des Max-Planck-Instituts für Astrophysik Sibylle Günter auch Angehörige der Opfer. Erstmals nach 35 Jahren nahm der Sohn von Eckhard Groppler an der Gedenkveranstaltung teil. Auch Kinder und Enkel von Karl Heinz Beckurts waren anwesend. Nach den Kranzniederlegungen gedachten die Teilnehmer in benachbarten Räumlichkeiten mit Reden der Opfer. lm