München – In der Diskussion um den Bau von Flutpoldern an der Donau hat Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) um Solidarität der Kommunen und Bürger in den betroffenen Regionen geworben. Der Minister stellte gestern eine vertiefte Studie des Landesamtes für Umwelt zur Wirksamkeit von Poldern an den umstrittenen Standorten Eltheim und Wörthhof im Kreis Regensburg sowie Bertoldsheim (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) vor.
Flutpolder sind Rückhaltebecken, die im Fall eines drohenden Hochwassers geflutet werden und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen. Der Studie nach ist es notwendig, an den Standorten Eltheim und Wörthhof einen gemeinsamen oder in Wörthhof einen großen Polder mit einem Rückhaltevolumen von jeweils rund 30 Millionen Kubikmetern zu errichten. Durch diesen Polder würden Hochwasser in Straubing um 40 Zentimeter und in Deggendorf um 24 Zentimeter reduziert werden. Der Polder in Bertoldsheim würde für Ingolstadt ein um 20 Zentimeter niedrigeres Hochwasser bedeuten. Alternativen wären weniger effektiv.
Die jüngsten Hochwasser nach Starkregen machten deutlich, wie sich der Klimawandel auswirke. Solche Wetterlagen seien künftig häufiger zu erwarten, sagte der Minister. Umso wichtiger sei die Solidarität der Anlieger in den oberen Donauregionen mit jenen an der unteren Donau. Für die Grundstückseigentümer und Landwirte in den Poldergebieten kündigte Glauber umfassende Entschädigungen an. So soll es im Fall der Flutung der Polder bei einem Extrem-Hochwasser 100-prozentigen Ersatz für Ernteausfälle oder beschädigte Ackerflächen geben. Glauber will Gespräche mit Kommunalpolitikern und Bürgern vor Ort führen.