Weilheim/Starnberg – Die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung, nach der bis zum Ende der Schulferien alle Klassenzimmer im Freistaat mit Luftfiltern ausgestattet sein können, sorgt in den Landkreisen weiter für heftige Debatten. Andrea Jochner-Weiß (CSU), Landrätin im Kreis Weilheim-Schongau, hat im Kreisausschuss einen regelrechten Wutausbruch bekommen, denn wenn das nicht klappe, müssten sich Landkreise und Gemeinde rechtfertigen. „Hier soll uns der Schwarze Peter zugeschoben werden, wenn im Herbst wieder Schulen geschlossen werden müssen“, ärgerte sie sich. Diese Geräte ersetzten kein Lüften und zögen die Luft an den Kindern vorbei einmal quer durch den Raum. Es sei auch nicht so, dass durch den Einsatz der Filter nie wieder ein Kind krank wird. „Aber wenn doch, schiebt man uns wieder die Schuld in die Schuhe, weil wir die falschen Geräte gekauft haben.“ Andererseits werde der Druck der Eltern steigen – und „uns gar nichts anderes übrig bleiben“. Kreiskämmerer Norbert Merk betonte, dass auch mit den Geräten auf die Maskenpflicht „wahrscheinlich nicht verzichtet werden kann“. Die Investition bedeute darüber hinaus auch keine Garantie, dass Klassen nach einer Infektion nicht wieder in Quarantäne müssten. Und trotz der Ankündigung des Freistaats, die Hälfte der Kosten zu tragen, kämen auf den Landkreis 1,7 bis 2,7 Millionen Euro an Kosten zu.
Die Kosten ärgern auch Starnbergs Landrat Stefan Frey (CSU). Der Zuschuss des Freistaats reiche bei Weitem nicht aus, sagte er am Montagabend im Herrschinger Gemeinderat. „Ich hoffe, die Staatsregierung legt da noch zwei bis drei Schippen drauf.“ Generell sei noch vieles im Unklaren – auch die Förderrichtlinien seien noch nicht bekannt. Viel wichtiger ist für den Starnberger Landrat, dass die Menschen geimpft seien. Er hofft daher auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, dass auch Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden können. set/ps