München – Wer sein Auto künftig am Fuße von Deutschlands höchstem Gipfel parken will, muss tief in die Tasche greifen. Denn die Zugspitzbahn hat die Gebühren auf ihrem Parkplatz kräftig angehoben. 17 Euro kostet das Ticket für vier Stunden ab sofort, jede weitere Stunde einen Euro mehr –nur, wer auch die Bergbahn nutzt, bekommt danach zehn Euro wieder zurück. Der Appell der Zugspitzbahn ist klar: „Kommen Sie mit der Bahn“, heißt es auf der Internetseite. Denn der Parkplatz, der auch von vielen Eibsee-Besuchern rege genutzt wird, ist an sonnigen Tagen regelmäßig überfüllt. In den sozialen Netzwerken wird die deutliche Preiserhöhung hitzig diskutiert. Während die einen von Abzocke sprechen, zeigen andere Verständnis und sagen, das sei immer noch zu wenig, um den Dreck der Rucksacktouristen zu entsorgen.
Nicht nur an der Zugspitze wird das Parken für Wanderer in diesem Jahr teurer. An vielen Ausflugs-Hotspots ziehen die Preise an. In Schönau am Königssee kostet das 24-Stunden-Ticket seit dem ersten Mai acht statt fünf Euro. Im Wanderparadies Samerberg im Kreis Rosenheim stiegen die Preise ebenfalls im Mai von drei auf fünf Euro. Und auch am Walchensee, etwa am Kesselberg oder am Westufer, wo das Parken bisher kostenlos war, sollen bald Ticketautomaten stehen.
„Wir mussten das einfach ordnen“, sagt etwa der Kocheler Bürgermeister Thomas Holz. Rund um den Walchensee sei die Situation in den vergangenen Jahren nicht mehr tragbar gewesen. „Die Besucher sind mit ihren Autos bei den Anwohnern in der Einfahrt gestanden und haben sämtliche Rettungswege zugeparkt.“ Deshalb habe sich der Gemeinderat dazu entschlossen, die bestehenden Parkplätze zu ertüchtigen und über 300 neue Schilder aufzustellen. „Das kostet natürlich. Genauso wie die Entsorgung der Hinterlassenschaften, die mancher Ausflügler hier lässt“, sagt Holz. Deshalb verlangt die Gemeinde Kochel für das Parken auf ihrem Gebiet künftig sechs Euro am Tag plus zwei Euro Tageskurbeitrag. Die Gemeinde Jachenau, die für das andere Ufer des Walchensees zuständig ist, zieht mit. Sobald die Mikrochips für die Parkautomaten geliefert werden, soll es losgehen. „Wir hoffen, dass sich die Situation dadurch verbessert“, sagt Holz.
Auch am Samerberg klagten die Anwohner über die überfüllten Wanderparkplätze. Doch das sei nicht der Grund gewesen, warum die Gemeinde die Gebühren um 66 Prozent angehoben hat, wie Bürgermeister Georg Huber erklärt. Es seien die Kosten zum Erhalt der Wanderwege, dem Herrichten der Loipen, für das Naturschwimmbad und nicht zuletzt den Betrieb der Hochriesbahn, für die die zusätzlichen Einnahmen verwendet würden. „Natürlich war die Verärgerung über die höheren Gebühren groß“, sagt Huber. Aber dass es deswegen auch zu Einbußen kommen könnte, nimmt die Kommune in Kauf. Für Stammgäste wurden neue Jahreskarten eingeführt. Außerdem finanziert die Gemeinde mit den Einnahmen einen eigenen Wanderbus, der zum Beispiel für einen Euro vom Rosenheimer Bahnhof zum Samerberg fährt. Huber hofft, den Verkehr so etwas entzerren zu können.
Auch beim Alpenverein, in dem viele Bergsportler organisiert sind, ist ein gewisses Verständnis für die Preiserhöhungen vorhanden. „Wir können nachvollziehen, dass es eine Parkraumbewirtschaftung braucht“, sagt Sprecher Thomas Bucher. Vielleicht werde der ein oder andere so dazu bewegt, öffentlich anzureisen. „Solange die Kommunen mit Maß arbeiten, sehen wir da kein Problem“, sagt Bucher. „Das wird sich einpendeln, schließlich wollen die Kommunen ja auch Gäste haben. Denn auch der Tagestourismus ist ein Wirtschaftsfaktor. dg/mc/we