In den Schlagzeilen landete der Heigelkopf, der im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beheimatet ist, in der Vergangenheit des Öfteren. Nicht etwa weil er sonderlich hoch ist und die Berge um ihn herum um ein Vielfaches überragt. Nein, vielmehr erreichte der Heigelkopf traurige Berühmtheit, da er während der NS-Zeit in „Adolf-Hitler-Berg“ umbenannt wurde.
Ausschlaggebend für die Namensänderung war 1933 ein Beschluss des damaligen Gemeinderats von Wackersberg. Doch mit der Namensgebung alleine war es nicht getan. Zu Ehren Hitlers wurde zusätzlich ein zehn Meter großes und 2400 Kilogramm schweres Hakenkreuz errichtet. Somit war bereits von Weitem erkennbar, welcher Berg denn nun der „Adolf-Hitler-Berg“ ist.
Zwölf Jahre lang thronte das Hakenkreuz über Wackersberg. Am 29./30. April 1945, wenige Tage vor der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, fiel das Hakenkreuz. Der spätere Landrat Anton Wiedemann schrieb in seiner Chronik „Bewegte Jahre“ davon, dass in dieser Nacht einige Wackersberger Gemeindebürger das Hakenkreuz „umgelegt“ hätten. Seit 1945 heißt der Berg wieder Heigelkopf. Diesen Namen erhielt er im 19. Jahrhundert. Man geht davon aus, dass der Berg nach einem Almbauern benannt wurde, erklärt der Münchner Namensforscher Wolf-Armin von Reitzenstein.
Im März 2007 sorgte der Heigelkopf für Schlagzeilen, da er bei Google weiterhin unter dem Namen „Hitlerberg“ zu finden war. Das US-Unternehmen entfernte den Namen nach zahlreichen Protestaktionen. Sieben Jahre später kam allerdings heraus, dass dem Suchenden bei Google Maps der Heigelkopf weiterhin als Hitlerberg angezeigt wurde. Auch das wurde von Google schließlich nachträglich geändert.
MARCO BLANCO UCLES