Lehrer verzweifelt gesucht

von Redaktion

München – Erstmals sollen nun Schulabsolventen mit einer Werbekampagne dazu animiert werden, ein Lehramtsstudium zu beginnen. Das Kultusministerium hat bayernweit eine Plakataktion gestartet – Lehrer verzweifelt gesucht. „Wir wollen auf die Attraktivität dieses Berufes aufmerksam machen“, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Es wurde eine Kampagne entwickelt, „die sich bewusst auf soziale Netzwerke und Außenwerbung stützt“. Dazu wurden in großen bayerischen Städten in der Nähe von Universitäten plakatiert. „Insbesondere“ Schüler des aktuellen Abiturjahrgangs, der erst am vergangenen Freitag verabschiedet worden war, sollten „auf die exzellente Ausbildung“ aufmerksam gemacht werden.

Die Kampagne kommt nicht von ungefähr. Zum Schulstart droht wieder einmal Lehrermangel. Der BLLV rechnet damit, dass bayernweit mindestens 400 Lehrkräfte für den Regelunterricht fehlen – von Zusatzmaßnahmen wie etwa Förderunterricht ganz zu schweigen. In Freising schlugen Schulleiter auf einer Schulverbandsversammlung Alarm. „Es kann zu Klassenzusammenlegungen kommen“, hieß es.

Wer die Plakate an den Münchner Bushaltestellen genau betrachtet, wird an dem ein oder anderen vielleicht einen Aufkleber entdecken: Er zeigt eine Biene und trägt die Aufschrift: „Ohne Preis kein Fleiß! – Gleiche Bezahlung für alle Lehrämter!“ Münchner Lehrer von Grund- und Mittelschulen, die ungenannt bleiben wollen, äußern so ihren Unmut. Denn das Einstiegsgehalt ist für sie eine Stufe geringer als bei den Kollegen vom Gymnasium.

Sachbeschädigung seien die Sticker nicht, betonen die Lehrer vorsichtshalber. „Wir haben sie wiederablösbar drucken lassen.“ DIRK WALTER

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