Uffing/Ebersberg – Die Frage nach der Beschaffung von Lüftungsanlagen für Klassenzimmer treibt die Kommunen um – und sorgt auch für Streit in der Wissenschaft. Verschiedene Studien laufen, mit unterschiedlichen Resultaten. Während Christian Kähler, Professor an der Bundeswehr-Uni Neubiberg, die Effizienz der Geräte für erwiesen hält, kam das Institut für Gebäudeenergetik der Universität Stuttgart kürzlich zu einem gegenteiligen Ergebnis: Lüften sei besser als Luftreinigung. Der Forschungsstreit dürfte weitergehen, denn auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen läuft eine Pilotstudie. Christian Schwarzbauer, Professor für Medizintechnik und -informatik an der Hochschule München, hat den Feldversuch „Sicheres Klassenzimmer“ gestartet. Er sammelt Daten in insgesamt 40 Unterrichtsräumen, unter anderem in Grundschulen in Uffing und Murnau. Ziel sei es, „die Luftqualität im realen Schulbetrieb über einen längeren Zeitraum zu messen und aufzuzeichnen“, sagt Schwarzbauer.
Die Forscher wollen wissen, wie sich verschiedene Lüftungskonzepte auswirken und ob Raumluftreiniger Sinn machen. Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen.
Während die Wissenschaft forscht, stehen die Kommunen vor der Frage, ob sie der Direktive der Staatsregierung Folge leisten und Raumlüfter möglichst schon zum Schuljahresanfang anschaffen. Im Landkreis Fürstenfeldbruck wird nach langem Zögern eine Ausschreibung für 18 Schulen vorbereitet. Der Landkreis Ebersberg ist schon zwei Schritte voraus: Dort wurden 360 Geräte geleast, etwa dieselbe Anzahl soll noch zusätzlich bestellt werden. dw/sj/st/ja