„Frau Merkel hat bei mir angerufen“

von Redaktion

MEIN ORT Hans Kugler betreibt ein Pfefferminzmuseum

Das erste und einzige Pfefferminzmuseum der Welt steht in Eichenau im Kreis Fürstenfeldbruck. Hans Kugler, 71, ist gelernter Buchdrucker und Vorsitzender des „Fördervereins Pfefferminzmuseum“. Den Pfefferminztee trinken er und seine Frau am liebsten pur.

Herr Kugler, stimmt es, dass die Bundeskanzlerin auch schon Tee bei Ihnen bestellt hat?

Ja, das war so: Wir hatten der Frau Merkel mal ein Päckchen Tee geschickt, weil sie in einem Interview erwähnt hatte, dass sie gerne Pfefferminztee trinkt. Das Paket hat sie tatsächlich erreicht und sie hat sich per Brief bei uns bedankt. Ein halbes Jahr später hat sie dann plötzlich bei mir zu Hause am Telefon angerufen und nach Nachschub gefragt. Einen Online-Verkauf haben wir nämlich nicht. Daraufhin hat sie eine Bestellung aufgegeben und die haben wir ihr zugeschickt.

Woher kommt denn Ihre Liebe zur Eichenauer Pfefferminze?

Das hat mit meiner Mutter und meiner Großmutter zu tun, die vor und gleich nach dem Krieg auf einem Teefeld gearbeitet haben. Sprich Unkraut rausgezupft oder „grasn“, wie man in Bayern sagt. Da war dann schon eine Verbindung da. Als die Teebauern so um 1970 bis 1980 aufgehört haben, hat mein Vater die Utensilien gesammelt und wollte eine Ausstellung machen. Die politische Gemeinde meinte aber, man solle doch ein Museum eröffnen. Das wurde dann 1986 eröffnet.

Und wie kam es, dass Sie der Vorsitzende wurden?

Als beim neu gegründeten Förderverein jemand gesucht wurde, der sich um das Museum kümmert, habe ich nicht schnell genug weggeschaut. Schon war ich Vorsitzender. Und seitdem bleibt mir die Arbeit. Man muss aber auch sagen, dass wir viele und sehr fleißige Helfer haben, die beim Anbau, der Ernte und im ausschließlich sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffneten Museum helfen.

Dann kam es für Sie nie infrage, woanders hinzuziehen?

Naa, ich habe seit meiner Jugend Wurzeln in Eichenau. Erst habe ich im Verein Fußball gespielt, dann lange Jahre Gewichte gehoben. Da war ich auch 20 Jahre Abteilungsleiter, Heber und Jugendtrainer. Außerdem bin ich seit 55 Jahren beim Sanitätsdienst der Eichenauer Rotkreuzgruppe. Und ganz nebenbei hatte ich mit meiner Frau auch noch eine Druckerei im Nachbarort.

An welchem Ort sind Sie am liebsten?

Mein Lieblingsplatz ist die Teehalle. Nach der Ernte werden darin die Minzblätter verarbeitet und getrocknet. Im Sommer komme ich da fast jeden Tag her, wenn Arbeit ansteht. Interview: Lara Listl

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