München – Der Byzantinische Kantorenchor München erfüllt die prächtige Allerheiligenkirche im Norden Münchens mit seinem kraftvollen Gesang – passende musikalische Begleitung eines Dankes für ökumenische, politische und gesellschaftliche Bande, die Griechenland und Bayern seit 200 Jahren hegen und pflegen.
„Wer hätte gedacht, dass in der Münchner Salvatorkirche, die bereits 1828 der griechisch-orthodoxen Gemeinde zur Nutzung überlassen wurde, heute noch die Nachkommen in derselben Kirche ihre Gottesdienste und Feste feiern würden?“, fragte Metropolit Augoustinos von Deutschland. Dass die einstigen Gastarbeiter und die Akademiker, die in den 1960er- Jahren nach Bayern kamen, noch immer hier sind? Es habe auch schwierige Zeiten im Verhältnis zwischen Griechenland und Bayern gegeben, räumt der Metropolit ein: das Exil von König Otto, die Spannungen im Ersten Weltkrieg, die Besatzung durch die Nationalsozialisten, aber auch jüngst die Schwierigkeiten während der Finanzkrise und der humanitären Krise im Mittelmeer. Doch die Freundschaft sei nicht zerbrochen. „Ich habe die feste Hoffnung, dass diese Beziehung, die eine so reiche Geschichte vorweist, Zukunft haben wird.“ Dass es an der Ludwig-Maximilians-Universität sogar einen in Westeuropa einzigartigen Studiengang orthodoxe Theologie gebe, „das verdanken wir dem großen Franz Josef Strauß“. Er habe die große Bedeutung der Orthodoxie für das Christentum verstanden. Gleichzeitig dankte das Oberhaupt der Griechisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland der katholischen und der evangelischen Kirche für moralische und materielle Hilfe in all den Jahren: „Das werden wir nicht vergessen.“ Er betonte die Bedeutung der interkonfessionellen Zusammenarbeit mit den Worten „die Ökumene ist keine Häresie“. Es gebe keine Alternative.
Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler lobte die großartige Verbundenheit zwischen den Bayern und Griechenland und dankte dem Vorsitzenden der Griechischen Akademie München, Stavros Kostantinidis, dafür, wie es ihm immer wieder gelinge, bayerische Kultur und griechische Leidenschaft zusammenzubringen.