Viele Test-Verstöße an der Grenze

von Redaktion

München/Kiefersfelden – Seit 2015 steht die Kontrollstation an der Inntalautobahn bei Kiefersfelden. Damals ging es vor allem darum, illegale Einreisen zu verhindern. Seit der Nacht zum Sonntag sollen die Bundespolizisten dort bei ihren stichprobenartigen Kontrollen nun auch einen Beitrag dazu leisten, dass die Coronazahlen nach der Reisezeit nicht wieder nach oben schießen. Denn seit Mitternacht von Samstag auf Sonntag werden dort auch die neuen Einreise-Regeln für Reiserückkehrer kontrolliert.

„Bisher läuft es richtig gut“, sagt Yvonne Oppermann, Sprecherin der Bundespolizei Rosenheim, am Sonntag am Telefon. Sie ist vor Ort in Kiefersfelden, die ganze Nacht über haben die Beamten bei ihren Stichproben die Reiserückkehrer auch nach dem nun obligatorischen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis gefragt. „Die Reiserückkehrer sind sehr gut vorbereitet, bislang hatten alle ihre Nachweise dabei“, sagt Oppermann. „Viele halten uns die Dokumente schon ungefragt hin, wenn wir in unserer Kontrollstation an die Autos herantreten.“ Anders sah das auf der A3 bei Passau aus. Dort stellte die Bundespolizei bei 220 Kontrollen 110 Verstöße fest, wie Sprecher Holger Rosenberger am Abend bestätigte.

Wenn ein ungeimpfter Reiserückkehrer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, informieren die Beamten das zuständige Gesundheitsamt. Zudem werde derjenige an eine nahe gelegene Teststelle verwiesen, um den Abstrich nachzuholen. Auch die Schleierfahnder der bayerischen Grenzpolizei überprüfen die neuen Einreise-Regeln, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gestern betonte. Dabei werde auch die bayerische Bereitschaftspolizei die Beamten an der Grenze unterstützen. Laut Bundespolizei müssen auch in Zügen die Nachweise vorgezeigt werden.

Für viele Autofahrer war die An- oder Rückreise am Wochenende mehr als ein Geduldsspiel. Vor allem am Samstag staute sich der Verkehr teilweise kilometerlang. „Die Warnungen haben sich leider bestätigt“, sagte gestern ein Sprecher des ADAC. Auf der A8 von München nach Salzburg stockte es zwischenzeitlich vom Hofoldinger Forst bis zum Grenzübergang Walserberg. Wer nach Stunden im Schneckentempo endlich die Alpenrepublik erreichte, hing auf der Tauernautobahn schon in der nächsten Blechlawine fest. Vor den Mautstationen des Tauern- und des Karawankentunnels hatten sich jeweils zehn Kilometer Stau gebildet. Wer die Blockabfertigung an den Tunnels endlich hinter sich hatte, hatte nur das nächste Stop-and-go vor sich: an den Übergängen von Slowenien nach Kroatien. Schon in der Nacht auf Freitag wurden vier Stunden und länger notiert. Und in Italien hatten die Behörden auf der Brennerautobahn am Samstag schon früh mit einem neuen Verkehrsrekord gerechnet.

Gestern entspannte sich die Lage nur leicht: Wieder gab es kilometerlange Staus zwischen München und dem Inntaldreieck und weiter in Richtung Salzburg. In die Gegenrichtung kam der Rückreiseverkehr in den Norden hinzu.

Am Flughafen München ist die Kontrolle der Corona-Tests hingegen schon Routine. Denn dort gilt die Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer schon länger. „Hier gibt es sehr gut eingespielte Verfahren“, sagte ein Flughafensprecher gestern. Schon vor dem Abflug in die Heimat müssen die Urlauber bei der Fluggesellschaft einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorweisen. Für Anita Henzel und Kevin Riegel aus Dillingen (beide 21), die gestern am Flughafen im Erdinger Moos landeten, hatte das gut funktioniert. „Wir waren jetzt eine Woche in Izmir in der Türkei“, sagt Riegel. „Da wir beide noch nicht doppelt geimpft sind, mussten wir für 20 Euro einen Schnelltest im Hotel machen. Aber das hat zum Glück unser Reiseveranstalter für uns organisiert.“

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