Ausflügler stören Ausflügler

von Redaktion

München – Nach einer repräsentativen Umfrage des Bayerischen Zentrums für Tourismus waren im Corona-Jahr 2020 rund drei Viertel der gut 2000 Befragten als Tagestouristen unterwegs. Der Hauptstörfaktor: andere Menschen. Laut Umfrage, die das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt hat, haben 70 Prozent bei ihren Tagesausflügen Situationen als unangenehm empfunden. Konkret klagten die Befragten über zu viele Menschen am Ausflugsort, viel Verkehr, zu wenig Parkplätze und überteuerte Preise. Mit zunehmendem Alter stören sich die Personen weniger an bestimmten Situationen. Das Zuviel an Menschen an einem Ort ist der häufigste Störfaktor in allen Altersgruppen.

Von den Personen, die sich bei ihren Tagesausflügen an etwas gestört haben, haben 61 Prozent ihren ursprünglichen Plan für den Tagesausflug weiterverfolgt. 23 Prozent sind vor Ort geblieben, aber einer anderen Aktivität nachgegangen. Weitere 20 Prozent geben an, zu einem anderen Ziel gefahren zu sein. Sieben Prozent sind aufgrund einer unangenehmen Situation vor Ort nach Hause gefahren.

Die Umfrage liefert auch einen Hinweis, woran der Ärger liegen könnte: 84 Prozent der Tagestouristen fahren mit dem eigenen Auto. Am größten ist der Ausflugseifer demnach bei Familien und jüngeren Menschen zwischen 18 und 39 Jahren, von denen jeweils knapp 60 Prozent in diesem und im vergangenen Jahr Ausflüge unternommen haben. Am beliebtesten sind Wandern, Radfahren und andere sportliche Aktivitäten, gefolgt von Besuchen bei Verwandten und Bekannten. Befragt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Mai 2021 von der GfK. Knapp 80 Prozent der befragten Personen verschafften sich Daten über die Situation an ihrem Ausflugsziel, bevor sie einen Tagesausflug unternehmen. Dabei informieren sich 45 Prozent über das Wetter vor Ort, 28 Prozent über Eintrittspreise und Öffnungszeiten und 26 Prozent über Aktivitäten. In den jüngeren Altersgruppen machten sich die Tagesausflügler häufiger schlau als in älteren. Personen, die sich nicht über die Situation vor Ort informieren, erklärten zu 25 Prozent, sie seien gerne spontan.  mm/lby

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