DAS PORTRÄT

von Redaktion

Anton Hörger hat zwei Leidenschaften: den Fußballverein 1860 München und die Musik. Jetzt will der Verein eine eigene Kapelle gründen – die ideale Chance, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen.

Anton Hörgers größter Wunsch ist es, einmal den Sechzger-Marsch zu dirigieren. Denn das würde seine beiden Leidenschaften perfekt vereinen: die Liebe zum Fußballverein 1860 München und seine Begeisterung für bayerische Volks- und Blasmusik. Dank des neuen Projekts des Fußballvereines, einer Löwenkapelle, rückt die Erfüllung dieses Wunsches nun in greifbare Nähe. „Seit ich ein Kind war, war ich ein Sechzger-Fan, da gab es für mich nie etwas dran zu rütteln“, sagt der 27-Jährige aus Schöngeising (Kreis Fürstenfeldbruck). Er ist Löwenfan durch und durch, genau wie schon sein Vater und sein Großvater. „Mir gefällt an diesem Verein einfach alles“, sagt Hörger und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn man von den sportlichen Erfolgen einmal absieht.“

Genau wie die Leidenschaft für den Verein, liegt auch die Liebe zur Musik in der Familie. So lernte Hörger dank seiner Eltern bereits mit fünf Jahren Trompete. Und als Kind einer Musikerfamilie kamen noch viele weitere Instrumente dazu, wie etwa die Steirische Harmonika oder die Tuba. „Ich bin mit Blas- und Volksmusik aufgewachsen“, sagt er. Da der 27-Jährige gerne gemeinsam mit anderen musizierte, wurde er schließlich Dirigent bei der Allinger Blaskapelle. Und trat damit ebenso in die Fußstapfen seines Vaters. Musik und die Löwen sind quasi Familientradition. „Wenn ich gemeinsam mit den Musikern die eigene Vorstellung eines Stückes verwirkliche, macht es am meisten Spaß“, sagt er. Als der Förderverein „Unternehmer für 60“ dann fragte, ob Interesse an einem vereinseigenen Musikorchester bestehe, war Hörger sofort klar: „Auf genau so ein Projekt habe ich schon lange Zeit gewartet.“ Kurz darauf stand fest: Hörger darf die neue Löwenkapelle mit aufbauen und organisieren. Als ersten Schritt suchte er deshalb nach Musikern mit Interesse an traditioneller Volks- und Blasmusik. Auf sein Gesuch meldeten sich Dutzende: „Aus dem ganzen Großraum München, von Wolfratshausen bis Neuburg an der Donau, von allen Seiten kamen Anfragen. Bis jetzt.“ Denn vielen Musikern ging es laut Hörger genauso: Sie wollten seit Jahren die Liebe zu den Löwen mit dem Musizieren vereinen. „Das sind lauter Menschen, die genauso ticken wie ich“, sagt der 27-Jährige.

Einen Widerspruch zwischen dem Thema Fußball und Musik sieht er keineswegs: „Bei der Gründung des Vereins gab es bereits eine Hausmusik, die wollen wir wieder aufleben lassen“, sagt er. Außerdem gibt es in dem Verein auch eine Abteilung für das Bogenschießen oder Bergsteigen, das hat ebenso nichts mit Fußball zu tun: „Ich bin der Meinung, dass der Verein so breit aufgestellt ist, dass da auch eine Musiksparte reinpasst.“ Als nächstes lädt Hörger alle Interessierten zu einem gemeinsamen Treffen ein. Dann wird geprüft, mit welchen Instrumenten sich ein Löwenorchester zusammensetzen lässt. Außerdem soll geklärt werden, welche musikalischen Vorstellungen und Wünsche alle Beteiligten konkret haben. Denn traditionelle Volks- und Blasmusik ist ein breites Spektrum. „Ich würde gerne jedem Musiker ein Angebot machen“, sagt er. So kann er sich etwa einen zusätzlichen Löwentrommlerzug vorstellen. Damit alle Spaß haben, deren „Löwenherz“ ebenso für die Musik schlägt wie seines.

Und auch der erste Auftritt der Löwenkapelle steht bereits fest: Bei einer Veranstaltung im Herbst sammelt das Orchester Spenden für die Sanierung des Nachwuchsleistungszentrums von 1860. Vielleicht ist es ja dann soweit und Hörger erfüllt sich seinen Herzenswunsch: endlich einmal den Sechzger-Marsch dirigieren. RAFFAEL SCHERER

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