Neuperlach will die Landesgartenschau

von Redaktion

Stadtbezirk will Ausstellung nach München holen – möglicherweise zusammen mit Trudering und Neubiberg

München – Der 16. Stadtbezirk will sich um eine Landesgartenschau bewerben. Der Stadtbezirk ist schließlich genauso groß wie Ingolstadt und Lindau, wo derzeit Schauen stattfinden.

„Eine Landesgartenschau brächte landschaftsplanerische und gärtnerische Kompetenz, zusätzliche Finanzmittel und einen enormen Imagegewinn für den Stadtrand“, begründete Bezirksausschuss-Chef Thomas Kauer (CSU) seine Idee. Man könne sich dafür auch mit den Nachbarn aus Trudering und Neubiberg zusammentun.

Die Waldzone an der Stadtgrenze sei Lebens-, Erholungsraum und Frischluftschneise zugleich, verfüge daher über höchst unterschiedliche Qualitäten und Nutzungen, so Kauer. Die müsse man dauerhaft sichern, schließlich tauchten verstärkt Pläne für große Bau- und Infrastrukturvorhaben auf – während sich die Bürger eher einen Biergarten, ein durchgängiges Wegenetz und mehr wünschten.

Eine kleine Landesgartenschau könnte ein stimmiges Konzept entwickeln und zeigen, wie die unterschiedlichen Nutzungen miteinander in Einklang gebracht werden können, glaubt Kauer. „Wir könnten hier Identität zeigen.“ Denn es könnte exemplarisch gezeigt werden, wie am Rand einer Großstadt industrielle Prägung, Wohnen, Freizeit, ökologische Vielfalt und urbane Stadtgestaltung harmonisch vereinbar sind.

Kauer wünscht sich kein abgeschlossenes Areal, sondern ein Erlebnisraum für die Bürger. Für die Grünen gehören auch die Aspekte Klimaveränderung sowie Förderung der Biodiversität und der Nachhaltigkeit zu solch einer Gartenschau. Mit heimischen Wildpflanzen, verschiedenen Geländestrukturen und der Darstellung ökologischer Zusammenhänge könnten Lösungen aufgezeigt werden. Welche Chancen Neuperlach tatsächlich hat, wusste Kauer nicht. Aber: „Brust raus und selbstbewusst eine Bewerbung fordern“, appellierte er ans Stadtteilparlament. „München hatte noch nie eine Landesgartenschau.“ Angesichts von Projekten wie dem U-Bahnbetriebshof sei es an der Zeit, „auch bei Aufwertungen einmal groß zu denken“. Die BUGA 2005 in Riem habe gezeigt, welche Wirkung eine Schau haben kann. Infrage käme wohl ein Termin Anfang der 2030er-Jahre. CARMEN ICK-DIETL

Artikel 10 von 11