DIE KLAMM – TOURISTENMAGNET SEIT 1905

von Redaktion

Techniker hatten schon abgewunken: Es sei unmöglich, einen Weg mit Tunnel und Brücken durch die Höllentalklamm zu bauen. Und doch konnte am 15. August 1905 der spektakuläre Zustieg zur Zugspitze eröffnet werden.

2500 Kilo Sprengstoff

Mit dem Bau der Eisenbahn von München nach Garmisch-Partenkirchen kamen um 1900 immer mehr Touristen ins Werdenfelser Land. Zu dieser Zeit reifte beim örtlichen Alpenverein der Plan, die Höllentalklamm zu erschließen. Erste Erkundungen scheiterten allerdings. Doch Sektions-Vorsitzender Adolf Zoeppritz ließ sich nicht abbringen. Er sammelte Gelder ein und übernahm am Ende auch die Bauleitung. Ein waghalsiges Unterfangen. Erste Löcher wurden noch per Hand gebohrt, Arbeiter entkamen bei Fels- und Lawinenabgängen immer wieder nur knapp dem Tod. Am Ende wurden nach vier Jahren Bauzeit in 600 Arbeitstagen 2500 Kilo Sprengstoff gezündet und 14 Tonnen Eisen verbaut.

Die Klamm in Zahlen

Noch heute wird genutzt, was damals mühsam installiert wurde. Die Höllentalklamm ist 1027 Meter lang. 448 Meter verlaufen durch zehn Tunnel, 56 Meter wandern die Besucher auf Stegen an der Wand. Bis zu 70 000 Ausflügler werden pro Jahr gezählt.

Keine Rast einlegen

Seit der Eröffnung ist die Höllentalklamm aber auch häufig Schauplatz dramatischer Ereignisse. Lawinen zerstören in den Wintermonaten regelmäßig die Brücken und Absperrungen. In der Klamm wurden schon Schneemassen bis zu einer Höhe von 70 Metern gemessen. Am oberen Ausgang kommt es wegen Steinschlägen immer wieder zu schlimmen Unfällen, ein Wanderer (39) wurde dort vor sieben Jahren von einem Felsbrocken erschlagen. „Akute Steinschlaggefahr!“; „Nicht stehen bleiben“: Zahlreiche Schilder warnen davor, eine Rast einzulegen. Aber: „Die Leute ignorieren das“, klagt die Bergwacht Grainau.  be

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