Hausärzte sind vorbereitet für Impfungen von Jugendlichen

von Redaktion

München – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinder ab zwölf Jahren als gutes Zeichen begrüßt. Nun könne die Impfung gezielt angeboten werden, etwa an Schulen, sagte Spahn am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Hausärzte in Deutschland warfen indes der Politik vor, in der Frage unzulässig Druck auf die Stiko ausgeübt zu haben.

Spahn sagte: „Jeder über zwölf, für jede Altersgruppe bis 100, kann sich morgen impfen lassen, wenn er noch nicht geimpft ist. Der Impfstoff ist da, die Empfehlung ist da, jeder kann jetzt sich und andere schützen.“ Wichtig sei, dass die Impfung immer freiwillig sei, die Präsenz im Schulunterricht dürfe nicht davon abhängen.

Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte: „Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft.“ Die Politik sei „vorgeprescht“ und habe damit eine Diskussion um Impfungen bei Jüngeren ausgelöst. Weigeldt betonte aber zugleich, dass die Arztpraxen vorbereitet seien auf eine stärkere Nachfrage von Kindern und Jugendlichen, die sich gegen Corona impfen lassen wollen.

Die Stiko hatte am Montag eine Corona-Impfempfehlung für alle Zwölf- bis 17-Jährigen ausgesprochen (wir berichteten). Der Vorsitzende Thomas Mertens wies Vermutungen zurück, die Kommission habe sich in der Frage politischem Druck gebeugt. Die Empfehlungen seien deshalb aktualisiert worden, weil mittlerweile deutlich mehr Daten und Erkenntnisse zur Impfung von Kindern ab zwölf Jahren vorlägen.

Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter. Deutschlandweit lag sie gestern bei 37,4. Bayernweit leicht darunter bei 28. In Oberbayern haben aktuell die Kreise Dachau, Mühldorf und Berchtesgadener Land sowie die Stadt Rosenheim eine Inzidenz über 50.  dpa/mm

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