München/Dachau – Bayerns Gesundheitsministerium hat sich gegen Kritik der Grünen gewehrt, die der Behörde eine falsche Einkaufspolitik bei Corona-Schnelltests für Schüler vorgeworfen hatten. Der Freistaat Bayern hatte in der Zeit von Februar bis Juli 2021 für 416 Millionen Euro 88 Millionen Schnelltests zum Testen von Schülerinnen und Schülern eingekauft (wir berichteten). Nach Ansicht der Grünen sind inzwischen PCR-Pooltests die bessere Lösung, weil sie verlässlichere Ergebnisse lieferten. Ein Ministeriumssprecher trat dem entgegen: Der Einsatz habe sich bewährt, die Tests würden von den Schülern gut angenommen. Die Antigen-Schnelltests hätten andere Vorteile als die PCR-Tests – beispielsweise stehe das Ergebnis sofort zur Verfügung. Häufiges Testen mache die geringere Treffsicherheit wieder wett.
Zudem wies das Ministerium Vorwürfe der SPD zurück, in Bayern würden Impfdosen ungenutzt vernichtet, weil die Arztpraxen übrig gebliebene Ampullen nicht an Impfzentren weitergeben könnten. dies sei rechtlich nicht möglich. Die SPD forderte das Kultusministerium zudem auf, Impfkampagnen an Schulen zu starten. Alles andere sei eine „Bankrotterklärung“, so die Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann. Das Ministerium hatte am Dienstag erklärt, nur in Einzelfällen Impfen direkt an den Schulen zuzulassen. Anfang Juli hatte Kultusminister Michael Piazolo (FW) noch erklärt, Schulen könnten „mobile Impfteams“ anfordern. Zumindest allen volljährigen Schülern solle ein Impfangebot gemacht werden.
Weil im Landkreis Dachau an drei aufeinander folgenden Tagen der Wert von 50 übersprungen worden ist, reagiert die KZ-Gedenkstätte mit einer neuen Besucherregelung. Besucher der Gedenkstätte müssen einen negativen Test mitbringen, geimpft oder genesen sein – und das jeweils auch schriftlich oder digital nachweisen. Es gibt Kontrollen an den Einlässen. „Eine erneute Schließung möchten wir unbedingt vermeiden“, erklärt Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann. mm