Spatenstiche in Serie

Auffällige Anhäufung

von Redaktion

DIRK WALTER

Es gibt Zufälle, die sind keine: Der Terminstress, den sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dieser Tage zumutet, ist jedenfalls wahrscheinlich mit Kalkül selbst verschuldet. In nicht einmal einer Woche hat sich Scheuer bei drei Spatenstichen für Straßenprojekte (Garmisch, Tölz, Aschheim), einer „feierlich nachgeholten“ Verkehrsfreigabe (Traunstein) für eine Ortsumgehung und einer Eröffnung für ein „Mobilitätszentrum“ (München) blicken lassen. Womöglich hat Scheuers umtriebiges Verhalten etwas mit der nahen Bundestagswahl zu tun? Aber wir wollen da nichts unterstellen…

Es sage jedenfalls keiner, dass all diese „Events“ an genau diesem Tag unbedingt notwendig gewesen wären. Wer beispielsweise beim Spatenstich für den in der Region von vielen sehnlich erwarteten Auerbergtunnel im Landkreis Garmisch-Partenkirchen genau zugehört hat, der erfuhr auch, dass bei dem Tunnelprojekt erst 2023 (!) mit dem Bau begonnen wird. Die ersten eineinhalb Jahre wird nur das Bauvorfeld vorbereitet. Die Arbeiten am Autobahnring A 99 wiederum, wo sich Scheuer gestern blicken ließ, sind schon im Gang – da kommt der Spatenstich etwas spät. Ohnehin ist die Tradition des „Spatenstichs“ etwas in die Jahre gekommen. Bauarbeiter mit ihren Großbaggern würden einen Lachanfall bekommen, würde man ihnen einen Spaten als Arbeitsgerät in die Hand drücken. Wenn, dann schaufeln sie. Ein Spaten ist eher etwas für die Gartenarbeit – zum Umgraben des Gemüsebeets. Aber wahrscheinlich wäre sich Scheuer in diesen Tagen auch für einen Spatenstich zur Eröffnung einer Kleingartenanlage nicht zu schade.

Dirk.Walter@ovb.net

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