München – Drei Wochen vor dem Ende der bayerischen Sommerferien wächst die Sorge vor einem Schulstart mit Wechselunterricht. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben. Aktuell wäre dies zwar nur in den Städten Schweinfurt und Rosenheim der Fall, die Tendenz ist aber bayernweit klar steigend.
„Der inzidenzabhängige Wechselunterricht muss daher endlich aus Bayerns Corona-Verordnung gestrichen und eine überzeugende Sicherungsstrategie präsentiert werden“, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach, am Montag in München. Es könne nicht sein, dass getestet in Bayern so gut wie alles möglich sei –„nur in die Schule gehen nicht“. Die Corona-Verordnung müsse daher rechtzeitig vor Schulbeginn abgeändert und vom Inzidenzwert abgerückt werden, forderte er gestern. Die sozialen und psychischen Folgen der Schulschließungen seien bisher weitaus schlimmer für die Kinder gewesen als die Krankheitsgefahren durch Corona. Jetzt lauere das Gespenst des Wechselunterrichts bereits zum Start des neuen Schuljahres – trotz aller Bekundungen, den Präsenzunterricht sichern zu wollen.
In fast allen Regionen steigen die Inzidenzwerte kontinuierlich. In Oberbayern liegen nur noch die Kreise Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech und Pfaffenhofen unter 35. In allen anderen Regionen gilt seit Montag eine Testpflicht in Innenräumen für alle, die nicht geimpft oder genesen sind. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Schüler sind während der Ferienzeit noch von dieser sogenannten 3G-Regel befreit. Sie müssen aber ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist – zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket. Was mit Kindern ist, die auch mit sechs Jahren noch im Kindergarten sind, blieb unklar. lby