Günter Penzl erinnert sich: „Erni war privat genauso lustig wie auf der Bühne“

von Redaktion

Auch Günter Penzl (82) aus Dorfen im Kreis Erding hat den 100. Geburtstag von Erni Singerl nicht vergessen. Der ehemalige Forstamtsrat war mit der Volksschauspielerin befreundet. 1981 habe er sie beim Rundfunkhörerball im Deutschen Theater kennengelernt, erzählt er. „Ich forderte sie einige Male zum Tanzen auf und ging mit ihr – mit Einverständnis ihres Ehemanns Georg Schropp – an die Bar.“ Daraus habe sich eine Freundschaft entwickelt. Penzl erinnert sich an viele Abende in der „ Kleinen Komödie am Max II“ in München, heute Heimat des GOP-Varieté-Theaters. „Ich besuchte fast alle Theaterstücke. Anschließend trafen wir uns mit ihrem Mann im Gasthaus ,Klösterl‘ hinter der Regierung von Oberbayern. Das waren immer sehr amüsante Abende, denn Erni war privat genauso lustig wie auf der Bühne“, erzählt Penzl. Zu ihrem 80. lud ihn Erni zum Kaffeetrinken in ihr Haus in München-Trudering ein. Penzl grübelte, was er schenken könnte. „Die Erni hatte ja alles.“ Also kaufte er acht langstielige Prachtrosen. „Die Erni sagte nur: Jomei, jetzt bringst du auch Blumen mit – ich hab keine Vasen mehr! Dann hat sie die Stiele halbiert und die Rosen in einen Masskrug gesteckt“, erinnert sich Penzl und lacht. „Das war typisch Erni!“ Auch er habe die Erni zu seinem 60. eingeladen. Sie konnte nicht kommen – und sagte in einem handgeschriebenen Brief und mit vielen Glückwünschen ab. „Am Sonntag besuche ich Erni am Grab im Münchner Ostfriedhof. Das ist für mich selbstverständlich“, sagt Günter Penzl. Dann kann er auch zu seinem Vater. Denn der ist ebenfalls auf dem Ostfriedhof beigesetzt, „ganz in der Nähe von Erni“. Seiner Erni bringt er dieses Mal gleich kurz gestielte Rosen mit. Damit sie auch sicher in die Vase passen. WOLFGANG HAUSKRECHT

Artikel 1 von 11