Martin Luther im Visier der römischen Kurie

von Redaktion

Martin Luther sah in Gottes Gnade und der Rechtfertigung durch Jesus Christus die alleinige Grundlage des Glaubens und wollte die Kirche in ihrer ursprünglichen evangelischen Gestalt wiederherstellen. Als Ergebnis kam es zu einer Kirchenspaltung. Der Beginn der Reformation wird auf 1517 datiert, als Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll. Luther geriet wegen ketzerischer Umtriebe ins Visier der römischen Kurie. Am 17. April 1521 wurde er auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V. und den Fürsten und Reichsständen verhört und danach von Beschützern auf die Wartburg in Sicherheit gebracht. Luther weigerte sich, seine Lehren zu widerrufen, im Wormser Edikt wurde die Reichsacht über ihn verhängt – er wurde quasi rechtlos. Die Lehre und Verbreitung seiner Schriften wurde verboten und jeder angehalten, ihn auszuliefern. Doch der junge Kaiser scheute den Konflikt mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise (Foto), der seine Hand schützend über Luther hielt. Das rettete Luther wohl vor dem Scheiterhaufen. Aus der Reformation entstanden evangelisch-lutherische Kirchen und weitere Konfessionen des Protestantismus. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche, damit jeder sie verstehen kann. Seine Theologie und Kirchenpolitik trugen zu tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit bei.  rba/wha

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