München – Unter welchen Bedingungen das Campusleben an Bayerns Universitäten und Hochschulen wieder starten kann, teilte gestern Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) mit. Nach dem Kabinettsbeschluss am Dienstag ist der Präsenzbetrieb an Unis und Hochschulen nicht mehr von der Inzidenz abhängig. „Das schafft Planungssicherheit“, sagte Sibler. Und nur damit könnten die Unis ab jetzt den Kurs für das Wintersemester festlegen. Bisher hätten wegen der Abstandsregeln selbst in großen Sälen nur rund 70 Studierende an einer Vorlesung teilnehmen dürfen. „Durch die 3G-Regel können fortan alle Räume genutzt werden. Medizinische Masken müssen getragen werden, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.“
Für Studierende bleiben Corona-Tests weiter kostenlos. Sibler will allerdings die Impfquote unter den Studierenden noch durch Impfaktionen steigern. „Die Impfung ist der entscheidende Baustein für die Rückkehr auf den Campus.“ Von 13 700 Erstsemestern kommt ein Drittel aus dem Ausland. Auch sie sollen ein Impfangebot erhalten.
„Zudem stellt der Freistaat den Hochschulen 500 000 Euro zur Verfügung“, so Sibler. Damit sollen die gefördert werden, die das Studieren auf dem Campus noch gar nicht kennen. Aber auch die, die nach drei Online-Semestern kurz vor dem Abschluss stehen. „Die Summe macht wieder deutlich, dass die Staatsregierung den Hochschulen in der Corona-Krise keinerlei Priorität einräumt“, kritisierte Christian Flisek (SPD). „Die Digitalisierung der Lehrangebote und die Kontrolle der 3G-Regeln müssen Hochschulen allein finanzieren.“
Beide Punkte stellen die Hochschulen vor Herausforderungen, sagten Gerhard Müller, Vizepräsident der TU München, und Klaus Kreulich, Vizepräsident für Lehre an der Hochschule München. Ein flächendeckendes digitales Angebot könne Müller zufolge parallel zu den Präsenzkursen nicht angeboten werden – auch wenn die Hochschulen in Zukunft weiter auf Live-Übertragungen und hybride Kurskonzepte setzen wollen. „Zur Kontaktdatenverfolgung haben viele Hochschulen in den letzten Semestern QR-Code-Systeme benutzt. So wollen wir künftig auch den 3G-Status der Kursteilnehmer abfragen“, sagte Kreulich. Wer die Regel bricht, muss schließlich mit einer Anzeige rechnen. sco