München – Die Lebensmittelverluste in der bayerischen Landwirtschaft sind um 9 Prozent zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer von Ernährungsministerin Michaela Kaniber (CSU) vorgestellten Studie. So seien in der Landwirtschaft die vermeidbaren Lebensmittelverluste um 16 000 Tonnen reduziert worden. Gleichzeitig seien in privaten Haushalten mit 390 000 Tonnen insgesamt 12 000 Tonnen mehr weggeworfen worden. „Landwirte sind zunehmend nicht nur die Produzenten, sondern auch die Retter wertvoller Lebensmittel“, sagte sie.
Ursachen für die gesunkene Verschwendung seien schwer zu benennen; positiv ausgewirkt haben könnte sich zum Beispiel die geringere Produktion. Die neusten Zahlen des Kompetenzzentrums für Ernährung beziehen sich daher auf die Jahre 2012 bis 2015. Große Mengen an Lebensmitteln werden auch in der Lebensmittelverarbeitung (190 000 Tonnen), in der Außer-Haus-Verpflegung (180 000 t) sowie im Lebensmittelhandel (60 000 t) verschwendet. Die Vereinten Nationen hatten sich 2015 das Ziel gesetzt, die Lebensmittelverluste bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. „Wenn in Bayern jeder nur täglich 60 Gramm weniger Lebensmittel wegwerfen würde – das ist nicht mehr als ein Ei oder ein Apfel – dann würden wir das Ziel erreichen“, so Kaniber.
„Die Verluste sind insgesamt noch zu hoch. Um sie zu reduzieren, muss jeder Bereich seinen Beitrag leisten. Wir haben eine ethische Verantwortung, der wir gerecht werden müssen“, so die Ernährungsministerin.
Von morgen bis zum 6. Oktober findet die Aktion „Deutschland rettet Lebensmittel“ statt. Gerade Obst und Gemüse würden aufgrund ihrer geringen Haltbarkeit häufig im Müll landen. Im internationalen Jahr für Obst und Gemüse seien sie das Schwerpunktthema der Aktionswoche. mm