Gartentipps für den Herbst

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

München – Im Herbst gilt es, den Garten für den Winter fit zu machen. „Doch will man ihn naturnah gestalten, ist weniger oft mehr“, sagt Biologin Angelika Nelson. „Denn ein naturnaher Garten nützt nichts, wenn er zum Winter komplett aufgeräumt wird.“ Igeln und Insekten werde so der Schutz zum Überwintern genommen. Deshalb hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) Tipps zusammengestellt, wie man jetzt im eigenen Garten etwas für die Artenvielfalt tun kann.

Laub liegen lassen

Das herabfallende Laub gehört in den Garten und nicht in Abfallsäcke. Verteilt im Hochbeet oder als Frostschutz unter der Hecke nutzt es vielen Gartenbewohnern. „Igel brauchen als Winterquartier einen großen Laubhaufen, der mit Ästen gegen den Wind gesichert wird“, erklärt Nelson. Auch Amseln und Kohlmeisen drehen die Blätter herum und suchen dort nach Schnecken und Asseln. Abgeblühte Stauden schneidet man am besten erst im Frühjahr zurecht, weil sich so in den Stängeln Insekten zum Überwintern einnisten können.

Gartenabfälle recyceln

Wer Material von Ast- und Heckenschnitten hat, sollte diese nicht häckseln oder auf dem Wertstoffhof entsorgen. Besser ist es, sie zu einem Totholzhaufen aufzuschichten, den Käfer gerne bewohnen. Auch der Igel fühlt sich dort während der kalten Jahreszeit wohl.

Staudenbeet anlegen

Stauden treiben jedes Jahr wieder aus. Viele heimische Pflanzen wie Mädesüß, Blutweiderich oder Tauben-Skabiose dienen Schmetterlingsraupen als Nahrungspflanzen, die wiederum von Igeln gefressen werden. Zwischen den Pflanzen am Boden finden Igel Tagesverstecke.

Neue Gehölze pflanzen

Der Herbst eignet sich, neue Gehölze zu pflanzen. Besonders empfehlenswert für den Naturgarten sind frühblühende Gehölze wie Weide- und Kornelkirsche. Sie bieten Insekten im Frühjahr eine erste Nahrungsquelle. Eine dichte, undurchdringliche Hecke aus heimischen Gehölzen ist auch ein sicherer Unterschlupf für Igel.

Vögel richtig füttern

Auch wer nur über einen Balkon verfügt, kann Vögeln in der kalten Jahreszeit ein Zuhause bieten: Indem er jetzt schon eine Futterstelle aufstellt. „Vögel brauchen eine gewisse Zeit, bis sie sich an die neue Futterstelle gewöhnen“, sagt Stefanie Bernhardt vom Landesschutz für Vogelschutz. „Das klassische Vogelhaus hat zum Vögel-Füttern eigentlich ausgedient. Besser sind Futtersäulen, weil sie hygienischer sind“, erklärt die LBV-Expertin. Insbesondere Meisen, Finken, Kleiber und Rotkehlchen nehmen Futtersilos gut an und lassen sich auf diese Weise in den Garten locken. Zum Füttern eignet sich ein klassischer Körnermix oder Fettfutter.

Futtersäulen sind pflegeleicht, man sollte sie jedoch ab und zu reinigen, lautet der Rat der Expertin. „Dafür reichen schon heißes Wasser und eine Bürste aus. Auf chemische Mittel sollte man verzichten.“ Wichtig ist, dass die Futtersäule unerreichbar für Katzen ist. „Eine Höhe von zwei Metern ist empfehlenswert.“ Auch eine Wasserstelle sollte man den Tieren anbieten.

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