Waldmünchen – Große Sorge um die achtjährige Julia: Das Mädchen ist am Sonntag bei einer Wanderung mit ihrer Familie im Oberpfälzer Wald an der deutsch-tschechischen Grenze spurlos verschwunden. Das Gebiet ist kaum besiedelt. Julias Eltern waren mit ihr, ihrem sechsjährigen Bruder und ihrem neunjährigen Neffen zum Urlaub in den Oberpfälzer Wald gefahren. Am Sonntag machte die Familie einen Ausflug auf den Cerchov (Schwarzberg), zwei Kilometer Luftlinie von der bayerisch-tschechischen Grenze entfernt. Der 1042 Meter hohe Berg ist die höchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes, der sich auch über tschechisches Gebiet erstreckt. Beim Ausflug der Familie spielten die Kinder im Wald, bis auf einmal alle drei verschwunden waren. Das Elternpaar verständigte voller Sorge die Rettungskräfte, die die beiden Buben finden konnten. Nur die achtjährige Julia blieb wie vom Erdboden verschluckt. Danach suchten 700 Polizisten und Feuerwehrleute mit Unterstützung von Bergwachtlern und mehr als 40 Suchhunden aus Deutschland das Gelände ab – sie konnten das Mädchen aber nicht finden.
Der Cerchov liegt inmitten endloser Wälder und Hügel, das nächste Dorf ist fünf Kilometer Fußmarsch entfernt, die Gegend ist seit der Vertreibung der Sudetendeutschen 1945 dünn besiedelt und heute ein Naturreservat. Die ganze Nacht wurde nach Julia gesucht, auch ein Helikopter mit Wärmebildkamera war im Einsatz, auf der deutschen Seite der Grenze durchsuchten bayerische Polizisten, Bergwacht und Feuerwehr den Wald – auch ohne Ergebnis. Julia musste die Nacht irgendwo in diesen Wäldern verbracht haben. Das Thermometer fiel in der Nacht auf null Grad am Cerchov, in den Tälern drei Grad unter den Gefrierpunkt. Das Mädchen hatte zusätzlich zu seiner Kleidung nur einen Anorak an.
Gestern Morgen wurden die Suchmannschaften ausgetauscht und der Wald weiter durchkämmt. Mittags twitterte die tschechischen Polizei: „Trotz aller Bemühungen all derjenigen, die sich an der Suchaktion beteiligen, ist es uns bisher nicht gelungen, das Mädchen zu finden. Wir setzen die Suche selbstverständlich mit maximalem Einsatz auch heute fort – mithilfe der Feuerwehr, der deutschen Kollegen und weiterer Einsatzkräfte.“ Julia ist 1,40 Meter groß, schlank, hat blonde, schulterlange Haare und trug zuletzt eine blaue Jacke, Jeans, rote Schuhe und ein rosa Halstuch.