Vor vier Jahren haben vogelkundige Tierärzte und begeisterte Papageienhalter gemeinsam den Verein FedernHilfe im Kreis Traunstein gegründet. Ihr Ziel: Eine bessere Tierhaltung für Papageien und Sittiche. Dafür wurden sie gestern von Umweltminister Thorsten Glauber mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Der Vorsitzende Gerd Britsch (51), Tierarzt aus Karlsruhe, erklärt, was bei der Anschaffung eines Papageis zu beachten ist.
Wofür wurde die FedernHilfe gegründet?
Wir sind überwiegend Tierärzte, die sich auf Vögel spezialisiert haben. Und wir haben große Defizite gesehen. Bei vielen Menschen, die sich vor 30 oder 40 Jahren einen Papagei gekauft haben, steht jetzt ein Generationenwechsel an. Die Vögel werden sehr alt und diese Menschen oder deren Kinder fragen sich nun: Wohin mit den Tieren? Gleichzeitig hat sich in der Haltung enorm viel getan. Da wollen wir helfen und beraten.
Halten Sie selbst Vögel?
Ja, früher habe ich sogar Sittiche und Papageien gezüchtet. Doch heute ist die Papageienhaltung nicht mehr so gefragt. Ich wollte irgendwann keinen Vogel mehr abgeben, weil ich mir Sorgen gemacht habe: Hat er es dann wirklich so gut wie bei mir?
Ein Kernprojekt des Vereins ist die Partnervermittlung.
Wir haben Kompetenzzentren, da sind in der Regel Vogelparks involviert. Denen stellen wir große Volieren mit beheizten Innenräumen zur Verfügung. Da kommen die Single-Vögel rein und es wird geschaut, wer zusammenpasst. Gerade bei den hochintelligenten Papageien ist es wichtig, dass sie nicht alleine leben. Das sind sehr soziale Tiere, die alleine verkümmern.
War man sich dessen früher schon bewusst?
Nein. Da wurden Kakadus alleine im Kleinkäfig gehalten, nachts auch noch beleuchtet. Das war Tierquälerei. Jetzt haben wir die Chance, diese Katastrophen-Haltung zu beenden. Das ist die Zielsetzung unseres Vereins.
Worauf muss man sich einstellen, wenn man sich Papageien anschaffen möchte?
Erstens: Ein Großpapagei lebt viele Jahrzehnte, vielleicht muss ich ihn sogar vererben. Zweitens braucht es bei einigen Vogelarten verständnisvolle Nachbarn – ein Kakadu oder ein Ara kann richtig laut sein. Und drittens brauche ich Platz. Eine große Voliere kostet um die 2000 Euro. Dazu muss man im Jahr 500 Euro aufwärts pro Papagei einplanen. Wer Interesse hat, wendet sich an uns oder etwa an das Tierheim in München, die haben eine hohe Papageien-Kompetenz. Interview: Dominik Göttler