Würzburg – Menschliche Eingriffe in die Natur sind einer Studie zufolge bislang stärker für das Insektensterben verantwortlich als eine Erwärmung infolge des Klimawandels. Höhere Temperaturen könnten sich sogar positiv auf die Menge der Insekten und die Anzahl der Arten auswirken, heißt es in der Untersuchung der Universität Würzburg, die gestern im Journal „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Allerdings gelte das nur bis zu einer gewissen Temperaturgrenze, die aber hierzulande noch nicht erreicht sei. Gründe für den Rückgang sind laut Studie vielmehr Faktoren wie die zunehmende Versiegelung von Böden oder eine intensive Landwirtschaft.
Die Wissenschaftler hatten im Frühjahr 2019 an 179 Orten in Bayern Netzfallen aufgestellt. Eine ganze Vegetationsperiode lang seien die Fallen alle 14 Tage geleert worden. Anschließend bestimmten Forscher die Biomasse, also das Gewicht der gefangenen Insekten. Zudem habe man mithilfe von DNA-Analysen die Arten identifiziert.
Die Würzburger Forscher empfehlen unter anderem mehr Grünflächen in Städten, etwa am Straßenrand oder auf Dächern. Zudem solle man bestehende Agrarumweltprogramme weiter ausbauen und den Wald als Lebensraum fördern. lby