Tegernsee – Schönstes Spätsommerwetter und kein Verkehrschaos – was will man mehr? So entspannt wie am Samstag und Sonntag ging es schon lange nicht mehr zu im Tegernseer Tal, rund um Schliersee und Spitzingsee. Die Polizei sprach von keinen besonderen Unfallvorkommnissen und normalem Ausflugsverkehr. Auch die Parksituation an den sonst übervollen Parkflächen an den Seen und am Berg, wo die Wanderrouten losgehen, war unauffällig.
Dabei standen die Vorzeichen eher schlecht. Wie berichtet, fahren derzeit hinter Holzkirchen wegen Gleisarbeiten inklusive Weichenerneuerungen durch die DB Netz AG keine Züge ins Oberland. Die Bayerische Regiobahn bot daher auch am Wochenende Schienenersatzverkehr nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell, warnte aber gleichzeitig, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommen könnte.
Das und die Baustellen und temporären Teilsperrungen wegen der Fahrbahnerneuerung auf der B 318 ins Tegernseer Tal könnte die Ausflügler von vornherein zum Umdenken bewogen haben.
Etliche reisten auch früher an. Am Freitagnachmittag war vor Gmund ein erhöhtes Reiseaufkommen zu verzeichnen. Sehr viele Wohnmobile und Camper mit Bikes auf dem Gepäckträger, die man dann die Tage drauf, in erster Reihe auf den Parkplätzen finden konnte – dann ohne Räder, weil damit im Tal und am Berg unterwegs. Nicht wenige kamen so früh und nahmen die morgendlich zapfigen Temperaturen beim Aufstieg und auf der Alm in Kauf, dass sie gegen Mittag wieder unten waren vom Berg und nach einer Einkehr auch schon wieder auf dem Weg zurück.
Auch hier, in den Gaststätten wie auf dem Weg zurück zu den Autobahnanschlussstellen Holzkirchen, Weyarn und Irschenberg, gab es keine Staus oder Behinderungen. Die Gesamtsituation im Landkreis Miesbach stellte sich am Sonntag sogar noch entspannter dar als am Samstag, berichtet Carolin Englert, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Da die Autobahn A 8 in Richtung Süden indes vormittags und gegen Abend bumsvoll war, haben sich die Ausflügler offensichtlich gegen die nahe liegenden Ausflugsziele im Tegernseer Tal und im Schlierach-Leitzach-Tal entschieden.
Das wiederum ist ein deutliches Signal, dass selbst einem vorprogrammierten Verkehrschaos durch Kommunikation und einem veritablen Verkehrsleitsystem beizukommen ist. Die Touristiker im Landkreis Miesbach arbeiten aktuell an einem „digitalen Reisebegleiter fürs Smartphone“, einer App, die Reisenden aus nah und fern nach individuellen Vorlieben und aktueller Verkehrssituation spontan Ausflugsziele und Aktivitäten vorschlägt.