Bayern hält an Corona-Tests in Schulen fest

von Redaktion

Staatskanzleichef Herrmann: Maßnahmen ermöglichen Präsenzunterricht

München – Entgegen mancher Kritik zahlt sich das Corona-Testkonzept an bayerischen Schulen nach Ansicht der Staatsregierung aus. Das Sicherheitsgefühl, das dabei vermittelt werde, sei für die ganze Schulfamilie wichtig, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) gestern nach einer Sitzung des Kabinetts. Er widersprach damit Forderungen etwa des Virologen Klaus Stöhr, die Tests an Schulen einzustellen, da Aufwand, Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stünden.

Aktuell gebe es in Schulen und Kitas relativ geringe Beeinträchtigungen, so Herrmann. Die Tests trügen dazu bei, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Auch das Prozedere habe sich gut eingespielt, die Pooltests an Grund- und Förderschulen seien nahezu flächendeckend eingeführt. Das Testkonzept soll daher bis auf Weiteres fortgeführt werden.

Um das Ende der Pandemie schneller zu erreichen, rief Herrmann erneut dazu auf, dass sich ungeimpfte Menschen gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Insgesamt sei die Lage in Bayern aktuell weiter stabil und die Krankenhaus-Ampel auf „Grün“. Weshalb unter den Top Ten deutscher Orte mit hoher Inzidenz ausgerechnet neun bayerische Gebiete im Südosten seien, dafür habe die Staatsregierung bislang keine rechte Erklärung. Lokale Maßnahmen und Einschränkungen seien jedenfalls erst dann vorgesehen, wenn die Hospitalisierung aus dem Ruder laufe, sagte Herrmann. Davon sei man aber aktuell auch in diesen Gebieten rund ums Berchtesgadener Land und Rosenheim noch weit entfernt.

Die Mehrheit der jungen Menschen in Bayern hat sich einer aktuellen Studie zufolge an die Corona-Regeln gehalten. Wie aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Radiosenders Antenne Bayern hervorgeht, haben knapp zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen die Regeln nach eigener Aussage befolgt. 35,7 Prozent gaben hingegen an, einige bewusst missachtet zu haben, weil sie sie für unnötig hielten. In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen habe ein Viertel der Befragten die Regeln bewusst gebrochen, bei den über 50-Jährigen waren es 14,3 Prozent. Nimmt man alle Befragten zusammen, scheinen die Bayern recht regeltreu: 75 Prozent gaben an, sich an die Corona-Regeln gehalten zu haben.  epd

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