Viele Menschen im Landkreis Altötting sind seit Jahren überdurchschnittlich stark mit der gesundheitsschädlichen Chemikalie PFOA belastet. Ursache ist kontaminiertes Trinkwasser durch einen Kunststoff-Hersteller. Nun treibt die Menschen im Landkreis eine weitere Sorge um. Denn vor einigen Jahren wurde in einer Studie festgestellt, dass Menschen mit durch Chemikalien verunreinigtem Blut weniger Antikörper bei Impfungen etwa gegen Influenza oder Tetanus bildeten. So mancher Bürger in Altötting fragt sich nun, ob die PFOA-Belastung Auswirkungen auf die Corona-Impfung haben könnte. Der Chef des Landesamts für Gesundheit (LGL) Walter Jonas betonte gestern im Landtag, dass die Zusammenhänge bislang noch nicht ausreichend erforscht seien. Ein geringerer Aufbau von Antikörpern müsse aber nicht zwingend auch eine schlechtere Immunisierung zufolge haben. Jedenfalls sei der Anteil an Impfdurchbrüchen im Kreis Altötting nicht höher als im bayerischen Durchschnitt – im Gegenteil, die Quote sei mit 3,5 Prozent sogar leicht niedriger. Nächstes Jahr soll erneut eine Studie zur PFOA-Belastung der Altöttinger Bevölkerung durchgeführt werden. Das LGL erwartet einen deutlichen Rückgang der Belastung. Und prüft, ob in diesem Rahmen auch die Immunität untersucht werden kann. dg