Kontrolle in der Luft

von Redaktion

Polizeieinsatz wegen umstrittenem Volksbegehren

Kempten/Leutkirch – Aktivisten des wegen Querdenker-Nähe umstrittenen Volksbegehrens „Landtag abberufen“ beschweren sich über Behinderungen durch die Polizei. Über eine Spendenaktion, die der Gräfelfinger Immobilienmanager Norbert Burkhart initiiert hat, wurden Kleinflugzeuge für sogenannte Banner-Werbung gechartert. Täglich sind mehrere Maschinen in der Luft, die ein großformatiges Banner mit der Aufschrift „Söder abwählen“ hinter sich herziehen. Am Mittwoch seien Flieger aber durch Polizeihubschrauber „am Weiterflug gehindert“ und zur Landung auf dem Sportflugplatz Leutkirch im Allgäu (Baden-Württemberg) gezwungen worden.

Das Polizeipräsidium Schwaben-Südwest in Kempten bestätigt einen Vorfall, stellt ihn aber anders dar. Bürger hätten die Polizei alarmiert, weil ein Flugzeug „rechtsradikale Parolen“ auf einem Banner hinter sich herschleppe. Daraufhin sei durch Beschluss des Polizeilagezentrums ein Edelweiß-Polizeihubschrauber aufgestiegen und „auf Sicht“ an das Kleinflugzeug herangeflogen, damit die Besatzung sowohl das Banner lesen als auch das Kennzeichen des Flugzeugs habe feststellen können. Die Kontrollaktion in der Luft sei auch deshalb veranlasst worden, weil ein weiterer Flieger nahe dem Kernkraftwerk Gundremmingen gesichtet worden sei. Im Umkreis von fünf Kilometern herrscht dort absolutes Flugverbot. Einer der Flieger sei schließlich in Leutkirch im Allgäu gelandet und dann kontrolliert worden, ein zweiter in Straubing. Es gab keine Beanstandungen.

Einer der Augenzeugen der Kontrolle in Leutkirch ist Pilot Henry Bohlig. Er sieht die Bannerwerbung „als kommerziellen Auftrag“ an. Unterschreiben beim Begehren kann er nicht, er wohnt in Baden-Württemberg.  dw

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