Drei Frauen und ein Baby sterben bei Brand

von Redaktion

Reisbach – Nach dem Brand mit vier Toten in einem Mehrfamilienhaus in Reisbach (Kreis Dingolfing-Landau) ist die Bestürzung im Ort groß: „Wir sind traurig und geschockt. Das ist etwas sehr Schlimmes. Und es tut auch weh“, sagte der Reisbacher Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner. „Es ist eine Tragödie und ein sehr trauriger Tag für den Markt Reisbach und den gesamten Landkreis“, zitiert der Bayerische Rundfunk Landrat Werner Bumeder. „Niemand ist in Reisbach auf der Straße“, sagt er. „Die wenigen, die man trifft, sind ebenfalls geschockt, wie so etwas mitten im Ort passieren kann.“

Laut Polizei wurden bei dem Brand 17 Bewohner und zwei Feuerwehrleute verletzt. Vier Verletzte kamen ins Krankenhaus. Sie schweben aber nicht in Lebensgefahr. Für die 20, 55 und 78 Jahre alten Frauen kam dagegen jede Hilfe zu spät. Sie waren laut Polizei nicht miteinander verwandt. Die 20-Jährige war im siebten Monat schwanger, sagte ein Polizeisprecher. Das Kind sei noch durch einen Notkaiserschnitt entbunden worden. Das Baby konnte aber nicht gerettet werden und wurde laut RTL noch in der Nacht von Dorfpfarrer Martin Ramoser notgetauft.

Das betroffene Haus ist ein historisches Gebäude, das sogenannte alte Herrenkloster in Reisbach. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass eine nicht ausgeschaltete Herdplatte als Brandursache in Betracht kommt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb inzwischen gegen einen Bewohner. „Im Zuge der gestrigen intensiven kriminalpolizeilichen Ermittlungen hat sich zwischenzeitlich ein Tatverdacht gegen einen Bewohner des Mehrfamilienhauses ergeben. Die Staatsanwaltschaft Landshut beantragte Haftbefehl, der vom Amtsgericht Landshut mangels Fluchtgefahr nicht erlassen wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Die Ermittlungen gestalten sich demnach schwierig, da das Haus aufgrund der beeinträchtigten Statik nicht gefahrlos betreten werden kann.

Das Feuer war gegen 2 Uhr ausgebrochen, zunächst war nur von einem Zimmerbrand die Rede. Feuer und Rauch hätten sich aber schnell ausgebreitet. Als die Feuerwehr eintraf, hatte sich der Rauch schon im gesamten Gebäude ausgebreitet. Einige Personen konnten über Drehleitern gerettet werden. Einige Bewohner sind bei ihren Familien untergekommen, andere habe die Gemeinde in einem Hotel untergebracht. Laut Polizei sind 27 Menschen in dem Mehrfamilienhaus gemeldet.

Bewohner und Angehörige der Opfer wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Polizei schätzt den Schaden auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag. Laut Polizei waren mehr als 250 Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz.   lby

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