München – Ruhe. Mit diesem Schlagwort wirbt die Pfaffenwinkel-Region um Besucher. „Früher hieß es, da ist nix los“, sagt Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel. „Heute ist das unser Markenkern.“ Entspannung in der Natur, abseits der großen Touristenströme. Danach suchten die Menschen während der Pandemie.
Nach dem (nicht nur) für Touristiker als Horrorjahr zu bewertenden 2020, zeigt die Gäste-Kurve wieder nach oben. In Oberbayern übernachteten von Juni bis August wieder deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr. Gerade in den Ferienregionen auf dem Land war das Niveau schon fast wieder auf Vor-Corona-Niveau – im Pfaffenwinkel sogar darüber. „Die Tourismusbranche hat den Härtetest bestanden“, sagt Klaus Stöttner, Präsident des oberbayerischen Tourismusverbands.
Auffällig: In Ferienwohnungen und auf Camping-Plätzen war der Andrang deutlich größer als in Hotels. „Urlaub in abgetrennten Einheiten“, nennen die Touristiker das. Die Hoffnung der Gäste: Türe zu, Corona bleibt draußen. Außerdem blieben die Urlauber häufig gleich eine ganze Woche statt nur ein paar Nächte.
Auch in den Münchner Hotelzimmern herrschte wieder mehr Betrieb, Großveranstaltungen wie die Fußball-EM oder die Automesse IAA trugen dazu bei. Allerdings ist der Aufschwung etwas gebremster als auf dem Land –denn es fehlen weiter viele internationale Gäste. „Im Sommer waren wir wieder bei einer Zimmerbelegung von 50 bis 60 Prozent“, sagt Peter Inselkammer, Geschäftsführer des Hotels am Platzl in München. Im Sommer 2019 waren es noch 90 Prozent.
Von den steigenden Infektionszahlen wollen sich die Touristiker die gute Stimmung nicht vermiesen lassen. Denn heuer sei die Situation dank der großen Zahl an geimpften Menschen eine andere als im vergangenen Herbst, sagt Tourismusverbands-Geschäftsführer Oswald Pehel. „Die Impfung ist der Sicherheitsgurt für unsere Branche.“ DOMINIK GÖTTLER