Wenn Klöster sterben

von Redaktion

Verein gibt Rat bei Umwandlung – Vorbild Schlehdorf

VON CHRISTIANE MÜHLBAUER

Dettelbach/Schlehdorf – In Deutschland gibt es rund 1000 Klöster, und viele der Ordensgemeinschaften stehen vor einem Scheideweg, weil es nicht mehr genügend Mitglieder gibt. Die Transformation stellt nicht nur die Ordensleute vor große Herausforderungen. Auch Kommunen, Behörden und Nachnutzer sind mit zahlreichen Fragen und Problemen konfrontiert, egal, ob es sich um die Umwandlung in eine Stiftung oder um den radikalsten Schritt, den Verkauf einer geschichtsträchtigen Anlage, handelt. Vor diesem Hintergrund hat sich aufgrund des Transformationsprozesses im Kloster Schlehdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) der gemeinnützige Verein „Zukunft Kulturraum Kloster“ gebildet (wir berichteten). Er bündelt auf einer Online-Plattform Hintergrundwissen und berichtet detailliert über geglückte Prozesse.

Die Plattform ist nun fertig und wurde bei einer Pressekonferenz in der Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ in Dettelbach (Landkreis Kitzingen) vorgestellt. In dem ehemaligen Franziskanerkloster entwickelten Experten auf Initiative des Vereins vor Kurzem mögliche Nutzungsszenarien für das seit 2018 leer stehende Gebäude.

Das Online-Portal wird vom Bundesinnenministerium im Rahmen des Programms „Regionen gestalten“ gefördert. Es ist bundesweit einmalig. Als er von der Idee des Portals hörte, sei er „sofort begeistert gewesen“, sagte Abteilungsleiter Michael Frehse nun bei der Präsentation. Das Projekt soll sich, so wünscht es sich die Initiative, fortlaufend entwickeln.

Als geglückte Beispiele der Kloster-Umwandlung vor den Toren Münchens wurden die Klöster Beuerberg und Schlehdorf vorgestellt. Beuerberg wurde von der Erzdiözese München-Freising gekauft, das Diözesanmuseum Freising nutzt es für Ausstellungen. Schlehdorf wurde von der Wogeno München übernommen und wird derzeit in ein „Cohaus“ verwandelt. Weitere geglückte Beispiele sind etwa das Kloster Hegne am Bodensee sowie Kloster Stans in der Schweiz mit dem „Culinarium Alpinum“.

Weitere Infos

www.zukunftkulturraumkloster.de

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