Von Zugspitzbahn erfasst: Autofahrer stirbt

von Redaktion

VON ANDREAS SEILER UND HANS MORITZ

Grainau/Dorfen/Hohenlinden – Ein Großaufgebot an Rettungskräften musste am Sonntagnachmittag gegen 14.30 Uhr in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen wegen eines tragischen Unfalls ausrücken. Ein 83-jähriger Einheimischer wollte mit seinem Fiat Panda einen unbeschrankten Bahnübergang der Zugspitzbahn queren – und übersah dabei offenbar das Rotlicht und den heranfahrenden Zug. In Polizeikreisen wird vermutet, dass der Senior von der grellen Sonne geblendet worden sein könnte.

Der Triebwagen der Zugspitzbahn erfasste den Fiat des Mannes und schleifte den Wagen mit, bis dieser an einem Strommasten in zwei Teile gerissen wurde. Für den Fahrer konnten die herbeigeeilten Rettungskräfte nichts mehr tun. Er starb noch am Unfallort. Der Triebfahrzeugführer und ein Mitarbeiter des Fahrdienstes erlitten nach Informationen unserer Zeitung einen Schock, die 137 Fahrgäste in der Bahn wurden vom Kriseninterventionsdienst betreut.

Ein Gutachter soll nun klären, warum der Autofahrer, der in unmittelbarer Nähe zu dem Bahnübergang lebte, den nahenden Zug nicht bemerkte. Eigentlich gilt der Übergang als gut einsehbar. Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) plädiert nach dem tragischen Unfall dennoch dafür, an dem Übergang sicherheitstechnisch nachzurüsten – und zwar mit einer Schrankenanlage. „Das muss man sich im Nachgang genau anschauen“, sagte er. Dazu werde es sicherlich Gespräche mit der Regierung von Oberbayern geben. Auch Zugspitzbahn-Chef Matthias Strauch kündigte an, nach dem „traurigen“ Unfall die Sicherheit der Übergänge zu überprüfen.

Zu zwei schweren Unfällen kam es am Wochenende auch auf der A94. Insgesamt wurden dabei acht Personen verletzt. Am Freitagabend wurde ein 63-jähriger Rumäne bei Hohenlinden (Kreis Ebersberg) lebensgefährlich verletzt. Er hatte sich mit seinem Wagen mehrfach überschlagen, nachdem vor ihm ein Sattelzug unvermittelt die Spur gewechselt hatte. Der Unfallverursacher hatte zunächst noch angehalten, fuhr dann aber einfach weiter. Ein weiteres Fahrzeug krachte infolge des Unfalls in die Leitplanke, der Fahrer wurde leicht verletzt. Der zweite Unfall ereignete sich am Samstagnachmittag auf der A94 bei Dorfen (Kreis Erding). Ein 58-Jähriger aus dem Kreis Landshut hatte beim Spurwechsel ein Auto übersehen und löste eine Karambolage mit drei Fahrzeugen aus, bei der sechs Personen leicht verletzt wurden.

Artikel 4 von 11