München – Flug LH 460 ist „bis auf den letzten Platz“ ausgebucht: Um 12.05 Uhr soll am heutigen Montag die erste Lufthansa-Maschine nach Miami abheben. Für die Lufthansa ist die Wiederaufnahme der Langstreckenverbindung nach Florida etwas Besonderes. Neben dem Chef der Lufthansa am Standort München, Stefan Kreuzpaintner, und Flughafenchef Jost Lammers will auch der neue Münchner US-Generalkonsul Timothy Liston am Airport sein, wenn die Maschine startet.
Seit Beginn der Corona-Pandemie hatten vor allem die USA rigoros die Flugverbindungen aus Europa gekappt. Während die EU weiterhin US-Amerikaner, sofern geimpft, getestet oder genesen, auf den Kontinent ließ, durften in die USA faktisch nur noch US-Staatsbürger via Flugzeug einreisen. Ausnahmen gab es nur für Personen, die eine Art Sonder-Visum („National Interest Exception“) vorweisen konnten, was freilich schwer zu ergattern war.
Nach Aufhebung des Einreisestopps ab heute soll das lukrative US-Geschäft der Airlines nun aber schnell wieder Fahrt aufnehmen. Im November plant allein die Lufthansa wöchentlich 44 Flüge in die USA zu insgesamt zehn Zielen. Teils werden die Ziele täglich angeflogen, das Fernziel Miami steht vorerst dreimal in der Woche auf dem Flugplan. Im Dezember soll die wöchentliche Frequenz der USA-Flüge auf 50 ausgeweitet werden. Die Konkurrenz von United Airlines startet wieder zu vier Zielen (Chicago, Newark, San Francisco und Washington).
Die Nachfrage sei da, erläutert Lufthansa-Pressesprecherin Bettina Rittberger. Nachdem die USA im Oktober die Aufhebung des faktischen Einreisestopps verkündet hatte, zog das USA-Geschäft der Lufthansa um 30 Prozent an. Einzelne Ziele, etwa Chicago, seien sogar „besser gebucht als vor der Pandemie“. Auch Los Angeles, Boston und New York seien stark gefragt. Dass Reisende auf die USA-Reise gespart hätten, merke die Lufthansa auch am Buchungsverhalten. So ist die sogenannte Premium Economy-Class – ein Upgrade gegenüber der herkömmlichen Economy – besonders stark nachgefragt. Hier gibt es breitere Sitze, etwas mehr Abstand und mehr Service.
Relativ rigoros sind freilich die Corona-Regeln. Einreisen dürfen nur doppelt geimpfte Fluggäste (nur bei Johnson&Johnson reicht der einfache Piks). Alle Passagiere benötigen zusätzlich einen negativen Covid 19-Test (PCR, Antigen oder verifizierter Selbsttest). Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein.