Die Helden in der Not

von Redaktion

AUSZEICHNUNG Ehrenmedaillen für 54 Menschen, die sich selbstlos für andere einsetzten

München – Sie setzten ihr Leben für das Leben anderer ein. Ohne zu zögern und mit dem Risiko, selbst ein Opfer zu werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ehrte gestern im Antiquarium der Münchner Residenz 24 Personen mit der Bayerischen Rettungsmedaille und 30 Personen mit der Christophorus-Medaille für besonders schwierige Umstände bei der Rettungstat. Sie alle hatten Menschen in gefährlichen Lagen geholfen, etwa bei Unfällen oder Bränden. „Ein herzliches Dankeschön und meinen ganz persönlichen Respekt“, sagte Söder. Der älteste Retter kommt aus Bad Bayersoien im Kreis Garmisch-Partenkirchen: Otto Riedl ist 76 Jahre alt und damit 57 Jahre älter als der jüngste Lebensretter – Ahmed Hirsi Mohamed aus Würzburg. Wir stellen drei Fälle vor.

Gegen den Attentäter

Es war der wohl schwärzeste Tag der Würzburger Nachkriegsgeschichte: Ein psychisch kranker 24-jähriger Somalier stach am 25. Juni wahllos auf Passanten ein, drei Frauen starben, fünf Menschen wurden schwer verletzt, vier leicht. Chia Rabiei, Hossein Moradi, Peter Thoma-Vogt und Ahmed Hirsi Mohamed stellten sich dem Attentäter in den Weg und stoppten ihn, Jens Kleefeld leistete Erste Hilfe. „Ich fühle mich sehr geehrt“, sagt der iranische Kurde Rabiei bei der Verleihung in München. „Vielmehr hätte aber die Mutter eine Ehrung verdient, die sich auf ihr Kind geworfen hatte, um es vor dem Attentäter zu schützen und dabei selbst starb“, sagt der Taxifahrer bescheiden. Er trägt kurdische Tracht.

Rettung auf dem Eis

Otto Riedl aus Bad Bayersoien (Kreis Garmisch-Partenkirchen) spielte auf einem zugefrorenen See am 17. Januar 2020 Eishockey. „Es war traumhaftes Wetter“, erinnert sich der 76-Jährige. Plötzlich hörte er verzweifelte Rufe von vier Frauen, die im Eis eingebrochen waren. „Sie waren zu nah an den Ablauf des Sees geraten.“ Geistesgegenwärtig holte Riedl eine Rettungsleiter vom Ufer und näherte sich damit den Frauen. „Ich bin zwar selbst immer wieder mit den Füßen eingebrochen, aber ich konnte die Damen alle nach und nach rausholen.“

Gefährliche Geisterfahrt

Am 17. März 2019 fuhr ein Geisterfahrer auf der A 9 kurz vor Denkendorf (Kreis Eichstätt) in ein anderes Auto. Mit vereinten Kräften schafften es die Polizisten Benjamin Post, Daniel Goellner und Philipp Wocheslander, das Feuer zu löschen und den eingeklemmten Fahrer zu befreien – das Auto brannte schon, auch die Kleidung des eingeklemmten Fahrers. „Es waren ja noch mehr Kollegen vor Ort, wir sind nur stellvertretend hier“, sagt Wocheslander bescheiden. JOHANNES WELTE

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