Mittenwald – Es ist das nächste Kapitel im unendlichen Streit zwischen den Hauptaktionären der Karwendelbahn und dem Markt Mittenwald im Kreis Garmisch-Partenkirchen sowie dem dortigen Landratsamt. Obwohl weder Bauantrag noch Genehmigung dafür vorliegen, kündigte Karwendelbahn-Vorstand Wolfgang W. Reich in einer Pressemitteilung den Beginn für das Projekt „Deutschlands höchste Brauerei“ an. Die benötigten Utensilien wurden bereits per Helikopter zur Bergstation geflogen. Reich vertritt die Auffassung, dass keine Baugenehmigung für den Betrieb einer Fünf-Hektoliter-Brauereianlage notwendig sei, hieß es gegenüber unserer Zeitung. Man habe die Brauereianlage erworben und werde die Pläne auch in die Tat umsetzen.
Mittenwalds Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD), der wie nahezu die komplette Rathausverwaltung nach langem Kleinkrieg mit den Heidenheimer Hauptaktionären ein Gondelverbot erhielt, konnte am vergangenen Mittwoch nur den verstärkten Hubschrauberlärm in Mittenwald feststellen. Er habe keine Kenntnis und sei auch nicht informiert worden. Das Garmisch-Partenkirchener Landratsamt betont, dem Bergbahn-Unternehmen sei explizit schriftlich mitgeteilt worden, dass die geplanten Arbeiten bauaufsichtlich genehmigungspflichtig seien.
Der Clinch zwischen der Marktgemeinde, dem Landkreis und der Heidenheimer Reich-Gruppe, die sich vor einigen Jahren bei der Karwendelbahn AG eingekauft hatte, schwelt schon seit Jahren. Zuletzt gab es Ärger um eine nicht genehmigte Schnaps-Brennerei, um einen illegalen Campingplatz und einen Schwarzbau an der Karwendelbahn-Talstation. CHRISTOF SCHNÜRER