Strom, Motoren, Mode – das sind so Dinge, die das Zeitalter der Moderne auch auf dem Land einläuteten. Weniger bekannt ist, dass auch die Fotografie früh faszinierte. Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zeigt in einer Sonderausstellung Fotos zweier Pioniere: In dem Dorf Missen im heutigen Oberallgäu knipste um 1900 die Bäuerin Auguste Städele, was das Zeug hielt. Sie hatte ihre erste Plattenkamera vom Dorfkaplan geschenkt bekommen. Wir sehen den Dorfschmied beim Beschlagen eines Pferdes, den Kaplan auf dem Fahrrad, einen Postboten mit einem riesigen Grammophon. In Sonthofen, damals ein Marktflecken, fotografierten die Brüder Fritz und Eugen Heimhuber – vor allem der frühe Ski- und Eissport faszinierte sie. Es ist eine beschaulich, längst untergegangene Welt – Dorfleben anno dazumal. („Bayerische Fotopioniere“, Haus der Bayerischen Geschichte Regensburg, Donaumarkt 1, Di bis So 9-18 Uhr, Eintritt frei). Foto: Hdbg