Neulich war wieder einmal Waldkauz Ulrich zu Besuch gewesen. Agnes und ich fanden, dass er, wie eigentlich immer, sehr verschlossen gewesen war. „Was will man machen?“, quakte Agnes. „Er lebt ja auch ganz allein in seinem Astloch, schläft tagsüber und ist nachts wiederum allein unterwegs. Im Grunde lebt er wie ein Mönch!“
„Was willst du denn damit quaken, dass er ‚lebt wie ein Mönch’?“, schnatterte nun wieder Klara. „Ein Mönch ist ein Zweibeiner, der in einem Kloster wohnt“, quakte Agnes. „Und bevor du fragst, was ein Kloster ist … Klöster gibt es seit dem 4. Jahrhundert nach Christus. Im Mittelalter florierten sie. Es gibt sie noch immer, aber die Zeit der großen Klöster ist vorbei. Der Alltag der Mönche war streng organisiert. Acht Mal am Tag versammelten sie sich zu den Horen, zu festen Uhrzeiten, zum Gebet. Dazwischen arbeiteten sie. Sie mussten alles, was sie brauchten, selbst herstellen. Sie bestellten Felder, legten Obst- und Gemüsegärten an, züchteten Bienen und Fische.“
„Ähem“, machte sich Klara bemerkbar. „Ich verstehe leider immer noch nicht, was das mit unserem guten Ulrich zu tun hat.“ Agnes quakte: „Na das ist doch klar, er lebt ganz alleine ohne Familie, so wie ein Mönch.“ Eure Paula