München – „Das BRK kann man nur mit Herzblut führen“, sagt Theo Zellner. Das hat er acht Jahre lang getan, nun will er sein Präsidenten-Amt abgeben und den Weg für Jüngere frei machen. Zwei Kandidaten werden sich am Wochenende bei der Landesversammlung in München zur Wahl stellen: Angelika Schorer, CSU-Landtagsabgeordnete aus dem Ostallgäu, und Holger Krems, Zahnarzt aus Augsburg, der zurzeit nicht praktiziert. Beide sind dem BRK seit vielen Jahren verbunden. Krems ist Rettungsassistent, hat als Pflegediensthelfer gearbeitet und war bereits Vorsitzender des Jugend-Rotkreuzes. Angelika Schorer ist seit zwölf Jahren BRK-Bezirksvorsitzende in Schwaben und seit 16 Jahren Mitglied im Landesvorstand. Besonders das Thema Ehrenamt liege ihr sehr am Herzen, betont sie. „Ich möchte für die Ortsverbände transparenter machen, was in der Landesgeschäftsstelle passiert“, kündigt sie an. „Der Kontakt soll enger werden.“ Auch das Thema Nachwuchsarbeit will sie angehen, sollte sie am Sonntag zur Präsidentin gewählt werden. „Ich mache mir zwar keine Sorgen, dass wir keine Nachwuchskräfte finden – trotzdem dürfen wir es nicht versäumen, um Nachwuchs zu kämpfen und für unsere Arbeit in der Öffentlichkeit zu werben.“ Ihre Arbeit als CSU-Landtagsabgeordnete sieht Schorer nicht als Nachteil. „Ich bin auch als Bezirksvorsitzende immer neutral gewesen“, betont sie. Allerdings schade es auch nicht, die Möglichkeit zu haben, auf der politischen Bühne für das BRK das Wort ergreifen zu können – über Parteigrenzen hinweg, betont die 63-Jährige.
Sollte Schorer Präsidentin werden, wäre sie nicht die einzige politisch Aktive im Vorstand. Die BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer wird wieder kandidieren, sie ist FDP-Politikerin. Vizepräsident Paul Wengert war bis 2018 Landtagsabgeordneter der SPD. Auch bei der Vize-Präsidentenwahl könnte es spannend werden. Es gibt zwei Positionen und drei Kandidaten. Der Grünen-Abgeordnete Andreas Krahl tritt ebenfalls an. Er gilt als sehr chancenreich. Krahl ist Notfallsanitäter, Krankenpfleger und war auch bei den Hochwasserkatastrophen in diesem Jahr für das BRK im Einsatz. Für den Posten des Landesarztes kandidiert Amtsinhaber Peter Sefrin. Gegen ihn tritt sein bisheriger Vize an: Florian Meier aus Miesbach. Auch er hat als Hausarzt und Chefarzt des BRK-Kreisverbands Miesbach gute Siegeschancen.
Die Konstante in Zeiten des Umbruchs ist der Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Er hat eine hauptamtliche Stelle, seine Amtszeit dauert noch vier Jahre. Danach will er in den Ruhestand gehen.
Auch Pandemie-bedingt fällt der Präsidentenwechsel in eine herausfordernde Zeit. Angelika Schorer sieht sich als Team-Player. „Ich bin überzeugt, dass wir als Team am meisten erreichen können und gute Entscheidungen treffen werden“, sagt sie. Die vierfache Mutter und neunfache Großmutter möchte sich den Herausforderungen stellen. Holger Krems hatte noch vor ihr Interesse an dem Amt bekundet. Zu seinen Ambitionen wollte er sich im Vorfeld der Wahl allerdings nicht öffentlich äußern. VON KATRIN WOITSCH