Abgelenkte Radler

von Redaktion

Unfallrisiko Telefon und Kopfhörer

Unterföhring – Ablenkung im Verkehr ist nicht nur bei Autofahrern ein Problem: Nach einer Umfrage der Allianz sind auch viele Fahrradfahrer im Verkehr unaufmerksam, weil sie beim Radeln Musik hören, telefonieren, Whatsapp tippen, oder anstelle der Straße das Navigationsgerät im Blick haben. Demnach räumten 27 Prozent der befragten gut 1200 Fahrradfahrerinnen und -fahrer ein, beim Radeln Musik zu hören. Bei den Jüngeren von 18 bis 24 Jahren waren es sogar fast drei Viertel (71 Prozent), wie der Versicherer gestern in Unterföhring (Kreis München) mitteilte.

Für die Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Ipsos Nürnberg 1205 repräsentativ ausgewählte Radfahrer per Telefon. Navis und elektronische Tachos sind mittlerweile auch im Radverkehr verbreitet, mit entsprechendem Ablenkungspotenzial. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) sämtlicher Teilnehmer hat demnach ein befestigtes Display am Fahrrad. Unter den Jüngeren von 18 bis 24 Jahren räumten elf Prozent ein, auf dem Rad häufig zu telefonieren, 15 Prozent sind häufige Kurznachrichtenschreiber.

Nach Berechnungen der Allianz erhöht die Nutzung elektronischer Geräte das Unfallrisiko auch im vergleichsweise langsamen Radverkehr erheblich. Wer Kopfhörer trägt, hat demnach eine um über 50 Prozent erhöhte Unfallgefahr. Ähnliches gilt für den Blick aufs Navigationsgerät: „Das lenkt deutlich vom Straßenverkehr ab und erhöht das Unfallrisiko um fast 40 Prozent“, sagte Jochen Haug, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG. Radunfälle seien auch in der kalten Jahreszeit Alltag.  lby

Artikel 10 von 11