Ärger um Nachtkletterer in Schutzgebiet

von Redaktion

Oberau – Oberhalb des Golfplatzes in Oberau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) etabliert sich eine sogenannte Nachtkletterszene. Spaziergänger haben dort immer mehr Autos beobachtet, oft mit Kennzeichen aus München, Augsburg oder dem Allgäuer Raum. Sie reisen abends an, um mit Halogen-Scheinwerfern die Wände auszuleuchten und dort zu klettern. Das empört die Tierschützer vor Ort. Denn bei dem Gelände handelt es sich um ein sensibles Vogelschutzgebiet. Seltene Arten fanden dort bislang einen sicheren und relativ ruhigen Brut- und Ruheplatz. Dort hält sich beispielsweise eines der seltenen und geschützten Uhu-Brutpaare auf. Außerdem gibt es streng geschützte Kolkraben und Turmfalken.

Nicht nur die Scheinwerfer sind für die Tiere ein Problem, sondern auch der Lärm der Nachtkletterer. Der Oberauer Jäger Wilhelm Fleischhacker hat die Sportler vor Kurzem darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um ein sensibles Gebiet handle. Dafür wurde er übel beschimpft und sogar bedroht, berichtet er. Ihm fehlt jedes Verständnis für das Verhalten der Kletterer. „Da wollen sie sich in der Natur bewegen, haben aber keinerlei Ahnung von ihr und den Lebewesen“, schimpft er.

Im Sommer gab es in dem Gebiet bereits Probleme, weil viele Wildcamper dorthin kamen. Die Gegend wird in vielen Social-Media-Kanälen als eine der schönsten Naturcampingplätze Europas beworben. Nun kommt mit den Nachtkletterern noch ein neues Problem dazu. Hans-Joachim Fünfstück, Regionalgruppenvorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz, will das keinesfalls dulden. Das Nachtklettern verstoße definitiv gegen das Naturschutzgesetz. Er fordert Schilder und Sperrungen. Unterstützung bekommt er von den örtlichen Tierschützern. MICHAELA SPERER

Artikel 3 von 11