Festwunsch: Einfach essen

von Redaktion

Wegen Corona geringe Erwartungen an Weihnachten

Neubiberg – Das Weihnachtsessen und die weihnachtliche Dekoration können helfen, dass das Fest der Feste auch in diesem Jahr trotz Corona zu einem vollen Erfolg werden kann. Die jährliche Weihnachtsstudie der Universität der Bundeswehr in Neubiberg (Kreis München) mit einer Befragung von 1166 Personen ergab, dass Ausgefallenheit beim Weihnachtsessen allerdings überbewertet wird.

„Für viele Menschen ist das Essen an Weihnachten besonders wichtig“, sagt Studienleiter Philipp Rauschnabel, Professor für Digitales Marketing und Medieninnovation. In diesem Jahr haben die Forscher nachgehakt, was es die vergangenen Jahre an Heiligabend zu essen gab. Dabei kam heraus: Jeder Dritte weiß nicht mehr, was vor einem Jahr aufgetischt worden ist. Die meisten, die sich erinnern konnten, wussten dies nur, weil es traditionell an Weihnachten immer das gleiche Essen gibt. Daher regen die Studienautoren an, lieber einfach zu kochen: „An Stress und Streit erinnert man sich länger als an die Details eines Sieben-Gänge-Menüs!“

Um auch in diesem Jahr die nötige Stimmung zum Fest aufkommen zu lassen, setzen fast alle Befragten auf Weihnachtsdeko: 87 Prozent schmücken ihre vier Wände festlich. Die Hauptgründe: Es kommt Weihnachtsstimmung auf (43 Prozent), die Familie freut sich (43 Prozent) und es macht Spaß (38 Prozent).

Getrübt wird die Weihnachtsstimmung allerdings durch die Corona-Regeln und die Impfdebatte. 52 Prozent der gegen Corona Geimpften gaben an, Treffen zu meiden, auf denen die 2G-Regeln nicht umgesetzt werden. Sie wollen auch keine Personen einladen, die die Regeln nicht erfüllen.

Es deuten sich durchaus Gefahren zum Fest an: Zahlreiche Menschen, vor allem Ungeimpfte, tendierten dazu, Corona-Regeln zu missachten. „Die Offenheit zum Regelbruch ist weiterhin erschreckend hoch“, so der Studienleiter. Wie auch im Vorjahr (2020: 42 Prozent) deutet die Studie auf eine recht hohe Bereitschaft für Regelbruch über die Feiertage hin (2021: 47 Prozent).

Besorgniserregend ist für die Studienautoren, dass die Offenheit für Regelbrüche bei ungeimpften Personen (66 Prozent) deutlich höher ist als bei geimpften (43 Prozent). Mehr als zwei Drittel der Ungeimpften geben sogar an, die Pandemie über die Feiertage zu verdrängen. „Diese Zahlen sollten uns zu denken geben“, sagt Rauschnabel.

Mehr als drei Viertel der befragten Personen (78 Prozent) erwarten ein durchschnittliches Weihnachten 2021, rund jeder siebte (15 Prozent) geht sogar davon aus, dass es weniger schön als in den Vorjahren wird. Nur rund sieben Prozent glauben, dass es ein überdurchschnittlich schönes Fest wird. Geringere Erwartungen sollte man, so die Forscher, aber positiv sehen. „Niedrige Erwartungen sind einfacher zu erfüllen“, so Katrin Schein, die an der Studie mitwirkt.

Für die befragten Studienteilnehmer ist es das Wichtigste, Weihnachten Zeit mit ihren Lieben zu verbringen (75 Prozent). Danach folgen gutes Essen (69 Prozent), Ruhe (61 Prozent) und die Weihnachtsdekoration (57 Prozent). Der Besuch von Gottesdiensten wurde nur von 16 Prozent der Befragten angegeben.  mm

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