Miesbach – Im Oktober und November hatte Miesbach sehr hohe Infektionszahlen – seit zwei Wochen fallen die Zahlen. Landrat Olaf von Löwis (CSU) sieht das auch als Verdienst der Bürger. Die hohen Zahlen hätten viele Menschen vorsichtiger werden lassen. Er spricht von einem „gemeinsamen Erfolg“.
Bundesweit hatten Medien dem Miesbacher Landrat die Frage gestellt, wie sein Landkreis vom Hotspot zur Vorzeige-Region werden konnte, was sinkende Zahlen angeht. Dass das Hauptverdienst den Landkreis-Bürgern zufällt, scheint auch deshalb wahrscheinlich, weil alle anderen Erklärungen offenbar ausscheiden. 2G in der Gastro, 2G-plus beim Sport – all das habe wohl geholfen, könne die Trendwende aber nicht allein ausgelöst haben, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Dass die Inzidenz nun dauerhaft sinken wird, glaubt sie allerdings nicht. „Wir bezweifeln, dass wir schon über dem Berg sind.“ Besonders vor Weihnachten, wenn sich viele Menschen testen lassen, könnten die Zahlen wieder steigen. Löwis will deshalb weiter eher auf Einschränkungen als auf Lockerungen setzen. Denn auch die Zahl der Sterbefälle ist noch hoch. Seit 11. November gab es im Kreis Miesbach 29 Corona-Tote.
In einigen Orten kam es indessen zu größeren Protesten. In Wolfratshausen waren teils 140 Menschen unterwegs, mutmaßlich Querdenker. Es handelte sich nicht um eine angemeldete Demo. Die Teilnehmer hatten keine Plakate mitgeführt oder Parolen skandiert. Einige hielten Kerzen. Auch in Penzberg handelte es sich um einen Schweigemarsch, zu dem sich mehrere 100 Menschen versammelt hatten. Sie trugen ebenfalls Kerzen und Fackeln mit sich. Ihr Protest richtete sich gegen Impfzwang und Hetze gegen Ungeimpfte. Die meisten Teilnehmer trugen keinen Mundschutz. mas/cce/stb