Teure Kleidung für Bauhof-Mitarbeiter: Rechnungsprüfer schlagen Alarm

von Redaktion

Garmisch-Partenkirchen – Mehr als 1550 Euro gab der Markt Garmisch-Partenkirchen in diesem Jahr pro Bauhof-Mitarbeiter für gemietete Dienstkleidung aus. Viel Geld – zu viel, wie das Rechnungsprüfungsamt der Marktgemeinde findet. Denn seit 2017 haben sich die Ausgaben für Arbeits- und Schutzkleidung der Bauhofmitarbeiter um das 12,5-Fache auf heuer 107 500 Euro erhöht. Wurden anfangs noch zwölf Beschäftigte der Straßenreinigung ausgestattet, sind es mittlerweile rund 80 Mitarbeiter.

Die Kosten liegen weit über den in diesem Bereich üblichen Ausgaben, heißt es in einem Bericht der Rechnungsprüfer, der unserer Zeitung vorliegt. Die Bekleidungskosten seien drei- bis fünfmal so hoch wie in vergleichbaren Kommunen. Dazu kommt, dass offenbar für Folgeaufträge an den externen Dienstleister, der die Kleidung beschafft und reinigt, kein ordnungsgemäßes Vergabeverfahren durchgeführt wurde. Im Bericht des Rechnungsprüfungsamtes ist von Kontrollverlust und von einer Kostenexplosion die Rede. Spätestens seit 2019 habe das in der Bayerischen Gemeindeordnung verankerte Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit keine Beachtung mehr gefunden.

Und jetzt? Die Gemeinde hat offenbar die Reißleine gezogen und den Vertrag zum nächsten Jahr gekündigt. Für 2023 soll neu ausgeschrieben werden. Heute verhandelt der Gemeinderat voraussichtlich hinter verschlossenen Türen über den Fall. Die Rathausverwaltung will sich derzeit nicht äußern. ANDREAS SEILER

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