Tickets teurer
Der MVV erhöht die Preise um im Schnitt 3,7 Prozent. Die beliebte Streifenkarte kostet dann 15,20 (bisher 14,60) Euro), eine Monatskarte in der M-Zone 59,10 Euro (bisher 57 Euro). Pendler in den Zonen M+1 etwa zwischen Germering oder Dachau und München müssen für die Monatskarte nun 95,40 Euro berappen (bisher 92 Euro), die Monatskarte M+2 kostet künftig 118,10 statt 114 Euro. Bei der BRB steigen die Preise um 1,7 Prozent, bei der DB im Fernverkehr um 1,9 Prozent. Die Bahncards werden um 2,9 Prozent teurer, die beliebte BC 25 (2. Klasse) zum Beispiel kostet künftig 56,90 – 1,20 Euro mehr als bisher. Der Bahncard-Verkauf war bei der DB corona-bedingt zuletzt eingebrochen – ob die Preiserhöhung dazu beiträgt, dass das Geschäft wieder anzieht, sei dahingestellt.
MVV-Ringbusse
MVV-Chef Bernd Rosenbusch rühmt das Projekt als „neue Dimension des öffentlichen Verkehrs in München“ – und ganz unrecht hat er damit nicht: Noch nie konnte man München mit Expressbussen umrunden. Einmal ganz um die Landeshauptstadt herum zu fahren, ist natürlich nicht der Sinn der sieben, teils neuen, teils nun aufeinander abgestimmten Expressbus-Linien. Vielmehr sollen Bahnhöfe, Schulen und Gewerbegebiete schneller mit dem Bus erreichbar sein. Beispiel: der X800 von der S4-Station Fürstenfeldbruck-Buchenau nach Dachau Bahnhof. Dieser Bus hält sowohl im viel besuchten Gewerbegebiet Esting-Geiselbullach als auch im Gewerbegebiet GADA (Bergkirchen). Die komplette Fahrt von S-Bahnhof zu S-Bahnhof dauert 46 Minuten. Viele Schüler als neue Fahrgastgruppe erhofft sich der MVV vom X202, der auf der Fahrt von Haar nach Unterschleißheim gleich vier Schnellbahnäste (S1, S4/S6, S8 und U6) verbindet. Attraktiv für Ausflügler könnte der X970 sein, der vom Bahnhof Starnberg über Berg, Wolfratshausen und Geretsried werkstags und samstags im 20-Minuten-Takt bis nach Bad Tölz fährt. Komplette Fahrzeit: eineinviertel Stunden.
Deutsche Bahn
Die größten Änderungen gibt es für die Verbindungen ins Allgäu, wo der britische Zugbetreiber Go Ahead viele Strecken von der DB übernimmt. So auch die Züge von und nach Memmingen. Versprochen ist eine Fahrzeit von nur noch eine Stunde und vier Minuten – 25 Minuten schneller als bisher. Ob das klappt? Viele Pendler sehen dem Betreiberwechsel mit gemischten Gefühlen entgegen, denn Go Ahead ist in Bayern ein Neuling, der aber ambitioniert mit neuen Zügen und einem neuen Chef – Fabian Amini wechselt von der Bayerischen Regiobahn zu den Briten – die Kunden für sich gewinnen will. Zwischen München und Buchloe geht die neue stündliche Linie RB 74 an den Start, die vereinzelt auch in Fürstenfeldbruck hält – die Kreisstadt erhält damit einen Regionalzughalt.
Es soll auch schneller in die Schweiz gehen: Drei der sechs Eurocitys täglich nach Zürich benötigen nur noch dreieinhalb statt vier Stunden – dahinter steht aus technischen Gründen aktuell aber noch ein Fragezeichen. Die Linie RB 60/S7 zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Außerfern wird über Vils Stadt nach Pfronten-Steinach verlängert.
Auch die österreichische private Westbahn hatte mit München Großes vor: direkte Zugverbindungen nach Wien. Das ist erneut verschoben. „Wir haben uns schon so auf unsere erste Fahrt nach München am 12. Dezember gefreut – aber es is a gscheids Gfrett“, teilt die Westbahn mit. „Der Hersteller unserer Züge, die Firma Stadler, kann den festgesetzten Termin für die Deutschland-Zulassung nicht einhalten.“ Neuer Starttermin: April 2022.
Nachtzüge
Nachtzüge ins Ausland sind im Kommen, ab München gibt es schon Verbindungen etwa nach Venedig (ab 23:20 Uhr; an 8:34 Uhr) oder Rom (ab 20:10 Uhr; an 9:10 Uhr). Ab 13. Dezember kommt neu hinzu der Nightjet von DB/ÖBB, der dreimal wöchentlich von Wien über München nach Paris fährt. Abfahrt in München-Ostbahnhof ist um 23:57 Uhr, Ankunft in Paris Gare de l’Est um 9:42 Uhr. Laut Bahn sind Tickets für Nightjet-Verbindungen im Sitzwagen ab 29,90 Euro pro Person und Richtung, im Liegewagen ab 59,90 Euro und im Schlafwagen ab 89,90 Euro zu erhalten.